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Über das Verhältnis von Bloggen und Journalismus ( + Webwatching)

Posted by Oliver Gassner • Tuesday, January 31. 2006
Vor allem aus ökonomischen Gründen gestattet der Journalismus ein schludriges Verhältnis zu sich selbst und zu seinen Gegenst�nden. Er tut immer noch ungebrochen so, als ginge es ihm darum, seine Konsumenten sachlich und nüchtern über die Welt aufzuklären.
[TP: Kiemenatmung auf dem Sofa]

Ein lesenswertes Interview mit Sofablogger Peter Praschl bei Telepolis.

via wirres


Der Artikel wird auch in Webwatching erscheinen, das zwar toll flashig ist und eigentlich auch so wie Telepolis (nur irgendwie anders), aber mich so gar nicht zum Lesen animiert mit dieser seltsamen Navigation, die zwar gar nichts videotextiges hat aber ähnlich holprig daherkommt wie Fernsehen. Texte in Vierecken auf Vierecken. Igitt...

Stefan Niggemeier: Digitale Revolution

Posted by Oliver Gassner • Monday, January 30. 2006
Und je schneller sich Journalisten und Medien darauf [auf Inhalte erstellende 'Rezipienten', vulgo: Blogger] einstellen, um so größer ist die Chance, daß sie auch unter diesen Bedingungen noch besonderes Gehör finden werden.

Stefan Niggemeier: Digitale Revolution in der FAS

Der Artikel enthält einige SEHR deutlich formulierte Ansagen an bestehende Presse-Blog-Projekte und (AV-)Medienproduzenten allgemein.



via swr

Redaktionskonferenz (Forum Lokaljournalismus)

Posted by Oliver Gassner • Friday, January 27. 2006
Dr. Jost Lübben, Chefredaktuer der Nordsee-Zeitung und Stefan Kläsener, stellvertretender Chefredakteur der Braunschweiger Zeitung liefern in einem Telefon-Dialog-Sketch eine Zusammenfassung der Themen auf der Agenda der Tageszeitungen:

* Wenn man schon mit weniger Mitarbeitern auskommen muss, dann sollte man die Fortbildung nicht vernachlässigen.
* Die Leser sollen auch Inhalte für Webauftritt und Blatt erstellen und nicht nur in Events eingebunden sein.
* Die Kommunikation von Lokalredaktionen und Zentralredaktion muss verbessert werden - zum Beispiel auch durch gegenseitige Hospitationen oder dreimonatigen Jobtausch. wichtig für die 'draußen' ist es auch die Kriterien der Blattkritik zu kennen und die Psyche der leitenden Redakteure zu verstehen.
* Verbessert werden muss die Schnittstelle zum Marketing - gute Inhalte wollen auch nach Außen kommuniziert werden. Dabei sollte das Marketing Kompetenz zeigen 'auf Augenhöhe' agieren und verstehen, dass man nicht Konserven verkauft sondern ein journalistisches Produkt.
* Der Nutzwert der Lokalzeitung für klar definierte Zielgruppen muss gesteigert werden - und für andere Zielgruppen müssen neue Formate entstehen (z.B. Jugendmagazin statt Jugendseite (og))

[Hier hab ich auch kein Foto, hat jemand?]

Carmen Thomas: Hirn-Stürmen professionell (Forum Lokaljournalismus - Pforzheim)

Posted by Oliver Gassner • Friday, January 27. 2006
129_2955_r1Carmen 'Schalke 05' Thomas brachte dem Plenunm nahe, wie sie Themen erarbeitet: mit professionellem Brainstorming.

Kann man 20 bis 80 Ideen in einer Minute haben? Und was macht man damit? Wie macht man aus in Turbogeschwindigkeit produziertem Hirn-Dung den Dünger für neue Ideen? Wie baut man mit Pro-Brainstorming in 5 Minuten das Grundgerüst für einen Artikel?

Na, ich werd das jetzt nicht alles erklären, aber es ist schon nett, wenn einen Dame einen Saal mit 100 Journalisten dazu bringt sich Anagramm-Konzepte via "Gymnastik" zu merken ;-).

Ich werd auf jeden Fall mal in das eine oder andere Buch von Carmen Thomas reingucken.

Aus den Arbeitsgruppen (Forum Lokaljournalismus edr bpb.de im Pforzheim)

Posted by Oliver Gassner • Friday, January 27. 2006
Als erstes gabe es hete für alle Rückmeldungen aus den workshops von gestern:

Die 'Qualitätsgruppe' identifizierte unter anderen Glaubwürdigkeit, Fehlerfreiheit, ansprechende Präsentation und personell gute Ausstattung in Quantität und Ausbildungs- und Fortbildungs-Qualität als Qualitätsfaktoren von Zeitungen.

Bei der Aufstellung von Quautätsstandards könne man nicht über einen Kamm scheren sondern müsse regionale Besonderheiten berücksichtigen. ein Qualitätsleitfaden müsse dann in Form von Nachschlagewerken zur Verfügung gestellt werden und laufend zur Anleitung und Kontrolle der Arbeit herangezogen werden.

Bei der Themesuche solle die Frage 'Was passt zu meiner Zeitung?' Leitlinie sein.

Über den Crossmedia-Workshop habe ich ja bereits gestern ausführlicher berichtet, so dass sich eine Zusammenfassung erübrigt. Am Rande jedenfalls war ein nicht wenigen gesprächen festzustellen, dass Leserbeteiligung bei den Inhalten (statt nur bei Events o.ä.) und Weblogkonzepte für Redaktion und Leserplattformen ins Interesse rücken.

Der Fußball-WM-Workshop suhcte nach regionalen Möglichkeiten die WM zu thematisieren - auch da wo keine Spiee statfinden. mache Zeitungen bauen Video-Arenen auf, andere planen Tipp-Spiele und thematisieren Fan-Probleme oder holprige Ticketvergabe.

Bei der Darstellung der POlitik in der tageszeitung werden neue wege gesucht - jensets des Abarbeitens von Presseonferenzen. So interviewen mancherorts kompetente Bürger die Funktionsträger oder man versucht de Qualität von leserbrefen zu erhöhen, in dem man die Leserbriefrichtlinien publiziert: maximal 40 Zeilen sollen sie zum Beispiel lang sein, keine 5 Seiten.
MIt UNterstützung des hauseigenene Callcenters kann man sogar umfangreichere und repräsentative Bürgerumfragen realisieren und thematisieren.
Amtsträger - wie Bürermeister - kritisieren das 'Drängeln' der Journalisten, die Statements zu Kompexen möchten, die in Parteien und Verwaltug noch gar nicht durchdacht sind.
Als Filter für politische Themen wird auch deren Alltagsrelevanz vorgeschlagen und die Tageszeitung sieht sich durchaus in der Rolle, dass sie Themen nicht nur berichtend aufgreift sondern auch Themen setzt.

In Anlehnung an Schopenhauers Stachelschwein-Fabel wird die korrekte Distanz zwischen POlitik und Medien angemahnt: entfernenn sie sich zu sehr voneinander, so erfrieren sie, sind sie sich zu nah... piekst man sich.

W(ahl)-Award 05 Presse und Radio (Forum Lokaljournalismus der bpb in Pforzheim)

Posted by Oliver Gassner • Friday, January 27. 2006
Nach einem vollen Arbeitstag ging es gestern Abend dann mit drei Bussen zum Schloss Neuenbürg im Nordschwarzwald zur Verleihung der Wahl-Awards 05 für kreative Berichterstattung, die zur kompetenten Stimmabgabe motivieren sollte.

In den Kategorien Presse und Radio wurden jeweils vier Preise vergeben. Sehr schön fand ich, dass viele junge Journalistinnen und Journalisten und sogar eine Volo-Gruppe und ein Studentenradio dabei waren.

Aufgelockert wurde das Programm durch Auftritte des Ruhrpott-Comedians Hennes Bender (klein und an sich unpolitisch - aber oho), der Einblick in die Kumpel-Seele gewährte, Frank Plasberg vom WDR ("hartaberfair", den kenn ich noch als Moderator bei weiland SWF 3), der Ankläger und Verteidiger der Journalisten zugleich spielte und versuchte zu ergründen, ob die Journalisten schuld an der Medien-Polit-Show sind oder ob diese doch 'echte' Information über politische Themen liefert. (Er tendiert offenbar zu letzterer These.)

Die Kaufbeurener Theatergruppe SPOT präsentierte ein Mini-Musical mit bekannten Melodien und dem Titel 'Lustbar' (Melodien von Rühmann, aus 'Cabaret' und andere übliche Verdächtige), das Museum auf Schloss Neuenbürg lud zum Besuch der wirklich empfehlenswerten Märchen-Show 'Das kalte Herz' (Wilhelm Hauff) ein und vor Mitternacht gab sich Gunther Gabriel in der Rolle des Arbeitnehmer-Barden (wegen Beinbruchs an Krücken aber voller Energie) ein Stelldichein und alles sang angestachelt von der ostwestfälischen Rampensau 'Country Roads, take me home'. (Insider-Gespräche am Rande heute deuten an, dass auch Rampensäue mehrdimensionale Charaktere haben, aber auch das hatten wir vermutet.)

Überflüssig zu sagen, dass für das leibliche und... geistige Wohl der Anwesenden üppigst gesorgt war und dass auch Landrat Karl Röckinger (er legt Wert auf: 'parteilos') und Neuenbürgs Bürgermeister Theo Schaubel (im Job wenn ich ich recht entsinne seit 1982 und in seiner letzten Amtsperiode) ihre mal längeren (Landrat) und mal kürzeren (Bürgermeister, das Gebot der späten Stunde erkennend) Grußworte an Mann und Frau bringen konnten. (Hat mir jemand mal nen Waffenschein für den vorhergehenden Satz? Danke.)

(Fotos folgen eventuell, meine Kamera war im Bus geblieben.)

Ps: Wohl-Ahwahrt, oder wie? *g*

Schleichwerbung - Horst Müller, Hochschule Mittweida, FB Medien

Posted by Oliver Gassner • Thursday, January 26. 2006
Nach dem Mittagessen (bei mir und ohne Foto: Schäufele mit Apfelweinsauerkraut und Dinkelspätzle mit Trollinersauce und Apfelstrudel mit Valilleeis und Vanillesauce):

Scheicherbung ist "fehlende und für die Nutzer nicht erkennbare Trennung von redaktionellen beiträgen und Werbung".

Mueller2

Beispiel "Antenne Bayern": Hinweise Musicload (T-Online).

beispiel: Müller selbst war als Veranstwortlicher zuständig für 'Schleichwerbung für Playoy' = 'PR ;-)'.

Zeitungen Rundfunk und TV wurden passend zu Veröffentlichung mit material versorgt - und es wurde erwähnt, woher das Material stammte - vom Payboy. (Veröffentlichungstag wurde vorgegeben - Umfang - Platzierung wurde abgesprochen, Tenor! -> Playboy ist positiv darzustellen)

Handy klingelt - Refrent: 'Es gibt bessere Klingeltöne'. - Lacher.

gesamtpublikum

Es gab keine Anziegen-Gegenleistungen. Müller war damals überrascht über das monatlich erreichbare Volumen.

M. hatte keine moralische Bedenken- und hat sie auch heute noch nicht. Die Vertretung in den Medien, deren positives Echo und die Wirtschaftlichkeit waren Jobziele.

45-60 % der zeitungen 'nehmen Rücksicht' auf Interessen der Inserenten oder 'unterstützen diese redaktionell'.

Landesmedienanstalten erkennen angeblich 80-90% aller Schleichwerbungsfälle, jedoch bleiben gesetzliche Sanktionen aus.

beispiel Bild: Döpfner bezeichnet Schleichwerbung als 'brandgefährlich' -- bald erscheinen jedoch lobende, gar hochjubelnde, Artikel für den aldi-PC, flankiert von ganzsseitigen Anzeigen.

Journalisten geraten in massive Glaubwürdigkeitsprobleme bei ihren 'Kunden': den Lesern.

'Ein bisschen Journalist geht nicht.'

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    Mon, 21.05.2012 11:02
    Danke ;)
    Sat, 19.05.2012 12:06
    Lieber Oliver, danke für die kurze [...]
    Fri, 18.05.2012 16:27
    Eine Empfehlung die ich noch beitragen [...]
    Sun, 29.04.2012 16:15
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