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12 Dinge, die Sie bei XING falsch machen können (XING-Netiquette)

Posted by Oliver Gassner • Thursday, February 10. 2011
In meinen XING-Seminaren werde ich besonders gefragt, welche Fehler man bei XING machen kann und was nicht erlaubt ist.
Hier ein kleiner und nicht ganz vollständiger Überblick, der eher auf Networking und kommunikative Ungeschicklichkeiten abhebt, denn auf Juristisches.

Vorgestern habe ich einmal meine Kontakte gefragt, welche Art von Verhalten bei XING besonders nervt. Und ansonsten fließe hier auch noch meine Empfehlungen ein ;)

Im Forum/in Nachrichten


1) - Üben Sie Kritik wenn, dann nur konstruktiv (wünscht sich Nora Weyhing)
Natürlich ist es einfach, jemand zu sagen, dass das, was dieser 8nicht) tut, ihnen nicht gefällt. Sie sollten aber dann auch eine andere Option vorschlagen, den (eventuell ehrenamtlichen) Job selbst übernehmen oder die Information selbst liefern (können).

Kontaktafragen



Nora nerven ebenfalls
2) Kontaktanfragen nur weil man auf dem Profil war.
Bloß weil jemand auf Ihr Profil geklickt hat, will er weder bei Ihnen etwas kaufen, noch Ihr Kontakt werden (um Kontakt zu werden, müssten Sie ja erstmal Kontakte SEIN.) D.h. es wäre in deisem Falle besser, sich per PN zu erkundigen, ob man etwas tun kann. Manchma kann man auch aus der Info der 'Besucherbox' schließen, warum jemand auf dem Profil war. Wenn hier die Absicht natürlich eindeutig ist, kann man auch konkreter nachfragen: "Wie waren auf meinem profil, weil sie nach ... gesucht hatten, kann ich Ihnen aktuell weiterhelfen? Rufen Sie mich gern unter ... an."

Events


Andreas Redmann leidet wie so viele unter
3) - Unpassenden Eventeniladungen ohne Businessbezug fern von der Heimat und entwickelt aktuell eine 'Berlinphobie'.
Wenn Sie Ihre Kontakte zu einem Event einladen, können Sie nach Städten, Postleitzahlen und Kategorien filtern. Nutzen Sie diese Optionen. Ich kenne niemand bei XING, der sich über zu wenige Eventeinladungen beklagt. Die Kategorien-Option haben Sie an sich auch in Gruppen, dort allerdings müssten Sie alle Gruppenmitglieder separat kategoriersieren. Eventeinladungen, dei nichts mit seinen Interessen zu tun haben, nerven auch Birger Hartung.

Lockprofile



Ich zitiere Andreas:
4) - Frauen mit wöchentlich wechselndem Profilbild (vermeintlich erotisch ), die Mitglieder mit Werbeunsinn spammen. Die haben über 10000 Kontakte und treiben sich als Kontaktgrabscher in Gruppen unter dem Titel "Kontakte" rum.
Vorab: Ich halte nichts von Gruppen, in denen es Gruppenziel ist, von allen anderen Gruppenmitgliedern mit Kontaktanfragen bedonnert zu werden.
Die gemeinsame Gruppenmitgliedschaft ist aus meiner Sicht auch kein ausreichender Grund für eine Kontaktanfrage, da muss schon mehr dazukommen.
Profile mit Frauenfotos (meist Asiatinnen) in eher nicht-businessbezogenen Posen (oft im Kontext Maschinenbau/Industrie) sind mir auch schon aufgefallen. Entweder gelten in Asien andere Standards für Businessprofilfotos oder es handelt sich in der Tat um 'Lockvogelprofile'. Oder beides. Ich wäre da jedenfalls vorsichtig, bevor ich Kontaktdaten freigebe.

Was mich aktuell nervt:


5) - Kontaktanfragen ohne Text von Menschen, die ich nicht kenne
Was soll das? Bin ich keines Wortes würdig?

6) - Kontaktanfragen von Unbekannten ohne konkreten Inhalt, die nicht antworten, wenn ich höflich frage, was ich für sie tun kann oder wie denn mögliche Synergien aussehen könnten.
Wahrscheinlich reine Kontaktsammler. Mir bleibt aber unklar, was die dann mit den gesammelten Kontakten anfangen.

7) - Leute, deren Kontakt ich werde, und die mir dann ungefragt Newsletter senden.
Vor dem Hintergrund wird verständlich, warum viele XING Mitgliedern allen Kontakten ihre E-Mail-Adresse nicht freigeben.

8) Verhalten in Gruppen
Ich wundere mich häufig über den harschen Ton, den manche Leute in Gruppen haben. Ist ihnen nicht klar, dass mit nur wenig Aufwand jeder ihre Auslassungen lesen kann?

Welche Regeln gelten bei XING für Nachrichten?
9) - Gruppenmoderatoren sind angewiesen, das Volumen von werbung in Newslettern auf ca. 10% zu begrenzen

10) - Bewerbung von MLM-Systemen oder "Network Marketing" (nicht zu verwechseln mit Social Mediia Marketing) sind untersagt (MLMer erkennen Sie übrigens meist daran, dass sie entweder gar nicht konkret aus dem Profil entnehmen können, was jemand tut, dass sie 'finanzielle Freiheit' bieten oder angeben sich für 'gesundes Leben' einzusetzen.)

11 ) - Untersagt ist auch jede Form von Massenwerbung (Spam)

12) - Nachrichten an Nicht-Kontakte sollten immer die Person mit Namen ansprechen und sich auf deren Profilangaben beziehen - idealerweise auf etwas aus dem Segment Biete/Suche.

Daneben ist natürlich all das untersagt, was gegen Gesetze verstößt - unter die auch das Wettbewerbsrecht zählt.

Zum Schluss
Wenn jemand gegen die letzeren Regeln (9-12) verstößt (und wenn sie ein gefälschtes Profil einer erfundenen Person vermuten) ist es vollkommen OK entweder die an manchen Stellen bereitgestellten SPAM-Knöpfe zu betätigen oder dann support@xing.com eine Beschwerde-Mail zu senden. Allerdings sollte dazu die 'spammende' Person nicht der eigenen Kontakt sein. Bei Kontakten geht man davon aus, dass auch werbende Nachrichten (mit Ausnahme von MLM) erwünscht sind.

Aber grundsätzlich sehe ich bei den obigen Fällen die User selbst in der Pflicht.
Sagen sie Kontakten wie Nichtkontakten, welche art der Ansprache sie OK finden und welche nicht.

Was können die anderen (und sie selbst) bei XING besser machen? Die Kommentare sind offen ;)

PS. Joachim Graf hasst nur 10 Dinge an XING.

Kundengewinnung mit XING: Die besten Tipps für das Agieren in Gruppen (3)

Posted by Oliver Gassner • Tuesday, February 8. 2011
Wir hatten zu diesem Thema schon:
- Adieu, Kalt-Akquise: Neukundengewinnung mit XING
und
Akquise 2.0 für Fortgeschrittene: Neue Kunden gewinnen mit XING (2)

Mehr lesen: http://blog.oliver-gassner.de/archives/4800-Akquise-2.0-fuer-Fortgeschrittene-Neue-Kunden-gewinnen-mit-XING-2.html#ixzz1DMVpeFVA
Under Creative Commons License: Attribution Non-Commercial No Derivatives<>

Hier die Tipps:

* Agieren Sie auch in nicht-öffentlichen Gruppen oder bei auf 'privat' gestellten Gruppennachrichten so, als ob Sie jeder lesen könnte - es kann Sie nämlich potentiell jeder lesen.

* Stellen Sie sich in der Gruppe vor (passen Sie dazu einen Standardtext an -> Phrase Express, sind Sie schon lange Mitglied, stellen Sie sich max. in einer Gruppe pro Woche vor.)

* Reagieren Sie bei Synergien auf Vorstellungen anderer (eher nachfragend als pitchend)

* Abonnieren Sie interdssante (Unter-)Foren per E-Mail

* Abonnieren Sie Threads, in denen Sie sich engagieren per E-Mail ("alle Artikel in diesem Thema")

* Posten Sie keine platte Eigenwerbung in Foren sondern zeigen Sie sich als kompetenter Gesprächspartner.

* Ziehen sie klar und höflich eine Grenze zwischen kostenlosem Tipp und individueller Beratung

* Laden Sie gezielt (Suchauftrag) Leute in Gruppen ein, in den sie sich engagieren - benutzen Sie dafür nicht den Standardtext von XING sondern einen individuellen Text (Phrase Express)

* Promoten sie eigene und fremde interessante Beiträge per XING-Statusmessage (XING-Knöpfchen unter dem Beitrag) oder per Twitter (Twitterknöpfchen)

* Agieren Sie bevorzugt in öffentlichen Gruppen, hier kann der Google-Effekt Ihnen nutzen.



Und:
* Kostenlose Business-Networking Tipps gibt es hier.
* Die besten XING-Tipps gibt es im offiziellen XING-Seminar partnered by XING.

Akquise 2.0 für Fortgeschrittene: Neue Kunden gewinnen mit XING (2)

Posted by Oliver Gassner • Wednesday, February 2. 2011
Ein paar grundlegende Dinge zur besseren Nutzung von XING hatte ich hier als Checkliste bereitgestellt:
Adieu, Kalt-Akquise: Neukundengewinnung mit XING (1).

Folge 3:
Kundengewinnung mit XING: Die besten Tipps für das Agieren in Gruppen (3)

Hier ein paar weitere Best Practices:

Statt Kontaktanfrage

- Schreiben Sie eine Direktnachricht an die Person, die sich auf etwas bezieht, das die Person in ihrem Profil erwähnt (Suche, Interessen, Organisationen, Punkt im Lebenslauf). Stellen sie dadurch eine Gemeinsamkeit her oder geben Sie der Person einen Tipp.

- Schauen Sie, was die Person in Foren oder bei "XING-Mitglieder fragen" geschrieben hat und beantworten Sie eine der Fragen. - Falls keine Reaktion erfolgt können Sie ja nach eingen Tagen per Privatnachricht nachfragen, ob der Hinweis geholfen hat (mit Link auf den Hinweis.)

- Stellen Sie eine Person, die Sie bei XING gefunden haben einem Ihrer Kontakte mit Hilfe einer Nachricht an beide oder mit der Funktion 'empfehlen' vor. 'Empfehlen' sollten Sie dabei lediglich ein Gespräch unter den Personen, nicht notwendigerweise auch die Qualität dessen, was eine Person für die andere tun Kann. Gleichzeitig pflegen sie so Ihr Netzwerk und Sie haben eine 'Tür offen' zu der Person, der Sie eine Kontaktaufnahme empfohlen haben.

Selektieren und qualifizieren

- Nutzen Sie kostenlose oder kostenpflichtige Webinare (z.B. mit dem in XING integrierten 'Spreed') um neue Kontakte zu bekommen und bestehende Leads zu "bearbeiten". Wie Sie Leads qualifizieren lesen Sie hier:

- Kategorisieren Sie Ihre Kontakte von A-D:
A: aktuelle und frühere Kunden und Lieferanten
B: Kontakte, dei noch nicht Kunden oder Lieferanten sind, bei denen aber klar ist, wie ein gemeinsames Projekt aussehen könnte
C: Kontakte, bei denen Sie wissen, was sie interessiert (s.u.)
D: wer zu Hölle ist das und was will sie/er von mir?

- Kategorisieren Sie Ihre Kontakte nach Interessen:
Aus dem initialen Dialog sollten Sie versuchen zu extrahierten, was konkret die Personen in Ihrem Kontext sucht oder bietet.

- Sprechen Sie kategorisierte Kontakte selektiv an. Laden Sie also nicht ALLE zu einem Webinar oder Seminar ein, sondern nur "Interessierte" (zum Webinar) oder Leute die geographisch nahe sind (zu Netzwerktreffen).


Starten Sie eine Gruppen/Team-Strategie
(Jetzt wird es komplexer.)
# Identifizieren sie eine Zielgruppe, die Sie über einen Suchauftrag (oder mehrere) selektieren können, OHNE jedes Profil einzeln intensiv ansehen zu müssen ("Mitarbeiter von Werbeagenturen im PLZ-Bereich 88*" [eine _etwas_ größere Zielgruppe wäre ggf. sinnvoll ;) ])
# Suchen Sie 3-5 Partner aus ihrem bestehenden Netzwerk, die die selbe Zielgruppe haben, die aber andere Produkte oder Dienstleistungen anbieten als Sie. (IT-Dienstleister, Freelance-Grafiker, Jurist, Steuerberater, Webdesigner, ...)
# Entwerfen Sie ein Konzept für eine XING-Gruppe, die für die Zielgruppe interessant ist und in der Fachartikel aller Partner passen. (z.B. "Advertising News: Alles was Sie wissen müssen") Wenn Sie die Gruppe nicht regional einschränken, können Sie später besser wachsen.
# Schlagen Sie die XING Gruppe vor, laden Sie regelmäßig 'Treffer' aus Ihren Suchaufträgen ein
# und 'füttern' Sie die Gruppe mit interessanten Inhalten und vergessen Sie einen Newsletter und Treffen (oder auch Workshops und Seminare) nicht.

***
Was sind Ihre 'fortgeschrittenen' XING-Taktiken und Strategien?

***
Teil 1 ist hier: Adieu Kaltakquise, Kundengewinnung mit XING 1
Folge 3:
Kundengewinnung mit XING: Die besten Tipps für das Agieren in Gruppen (3)

Adieu, Kalt-Akquise: Neukundengewinnung mit XING (1)

Posted by Oliver Gassner • Sunday, January 30. 2011
[Teil 2 ist hier: Akquise 2.0: Kunden gewinnen mit XING für Fortgeschrittene
Folge 3:
Kundengewinnung mit XING: Die besten Tipps für das Agieren in Gruppen (3)]

"Ich bin seit Jahren bei XING, aber es kommen ja keine Aufträge! XING taugt nichts."

Ich kann gar nicht zählen, wie oft ich das höre.

Mal eine kleine Checkliste, was man tun muss, um das zu ändern:

[_] Ich habe ein businesstaugliches und ggf. auch ungewöhnliches Profilfoto.

[_] Mein Firmennameneintrag lässt erkennen, was ich tue und welchen Nutzen ich bringe.

[_] Suche & Biete sind keine Stichwortgräber sondern erklären klar, welchen Nutzen ich bringe und für welche Themen ich ansprechbar bin - einen Elevator-Pitch.

[_] Ich habe auf meiner Über-Mich-Seite einen kleinen "Firmenflyer" angelegt.

[_] Meine Kommunikationseinstellungen und Suchmaschineneinstellungen bei XING sind so, dass man mich auch erreichen und finden kann.

[_] Ich bin Mitglied in einigen Fach- und Regionalgruppen, habe passenden Unterforen per Mail abonniert und reagiere regelmäßig auf Einträge, bei denen ich kompetente Antworten geben kann.

[_] Ich gehe zu lokalen XING-Treffen und nutze sie zum Networken - nicht zum Akquirieren, ganz nach dem Motto "Das Persönliche (nicht 'Private'!) steht im Vordergrund, das Geschäftliche ergibt sich."

[_] Ich benutze die XING-Suchagenten zur Identifikation von möglichen Kunden und Partnern und habe eine niedrigschwellige und persönliche Ansprache entwickelt, die nicht gleich in eine von Floskeln begleitete (oder gar inhaltsfreie) Kontaktanfrage mündet.

[_] Ich nutze meine Kontakte um die Kontakte meiner Kontakte 'lauwarm' anzusprechen. Adieu Kaltaquise

[_] Ich gratuliere meine Kontakten zum Geburtstag, lade sie zu lokalen Events und zu Events mit ihren Interessenschwerpunkten selektiv ein, das ich kann, weil ich sie lokal und nach Interessen kategorisiert habe.

[_] Ich spreche regelmäßig die Besucher meiner Homepage und meiner Über-Mich-Seite an.

[_] Ich nutze zur effizienten Arbeit mit XING für Standardsituationen einen schnell abrufbaren Satz an Textbausteinen, die ich innerhalb von allen Anwendungen auf jedem Computer und in jedem Textfeld im Web benutzen kann.

Und wie Sie das alles lernen?
Sie bringen es sich entweder selbst bei.

Oder Sie lassen sich helfen.

[Teil 2 ist hier: Akquise 2.0: Kunden gewinnen mit XING für Fortgeschrittene
Folge 3: Kundengewinnung mit XING: Die besten Tipps für das Agieren in Gruppen (3)]

Inhaltsleere Kontaktanfragen, ein Dramolett

Posted by Oliver Gassner • Monday, December 13. 2010
Was Michael Shah da thematisiert, nervt mich auch:
Brauchen XING-Kontaktaufnahme oder Facebook-Freundschaftsanfrage Kommunikationskompetenz?

Zig mal durchgespielt. Digital.
Wobei ein Telefongespräch - wie ich inzwischen merke - auch nicht hilft. Man entwickelt zwar Ideen, aber die verlaufen im Sande.
An sich kann man auch gleich ablehnen - wobei in 10% der Fälle auf eine Rückfrage auch eine verwertbare Antwort kommt ;)

Mal als kleine Szene (hat ein bisschen was von 'Warten auf Godot', oder?), wie das was bei FB und XING so abläuft, in Realität aussehen würde.

***

A: Ihre Vistenkarte bitte.

B: Guten Tag.

A: Hier ist meine Visitenkarte, wo ist Ihre?

B: Schön Sie kennen zu lernen, was machen Sie so?

A: Ich brauch nur Ihre Kontaktdaten.

B: Und warum?

A: Für mein Netzwerk. Herzlich willkommen.

B: Aha.

A: Ja, denn nur ein Kontakt den man nicht hat, schadet.

B: (zuckt) Sind wir denn Kontakte?

A: Geben Sie mir Ihren Kontakt frei.

B: Warum reden wir eigentlich miteinander? Was können Sie für mich tun, was kann ich für Sie tun?

A: Schauen Sie halt mein Profil an.

B: Ich würd einfach gern mit Ihnen reden, Sie kennen lernen. Im Gespräch kommen wir sicher auf eine Idee, was uns verbindet.

A: (dreht sich um und geht weg)

(Vorhang)
***

Update:

"Socio-Digital Sustainability & the Problem with Twitter & Facebook" - (Eine Herausforderung zum Verbalduell) @ ConventionCamp 2010

Posted by Oliver Gassner • Friday, September 17. 2010 • Category: Facebook
Beim ConventionCamp 2010 am 10.11.2010 werde ich was zu besprechen haben zu:

[Arbeitstitel]

Socio-Digital Sustainability & the Problem with Twitter & Facebook

Warum ist der Long Tail bei Twitter und Facebook nur einer der Beziehungen ist und nicht einer der Links und der Inhalte?
Warum geben wir unsere Digitale Sourveränität über unsere Inhalte und Gespräche auf, wenn wir auf eine Blog-Heimat verzichten?
Warum verzichten wir auf unsere 'Share' an mittel- und langfristiger Aufmerksamkeit im Streben nach dem Dabeisein bei der Massenparty?
Und wie sehen sie aus, die Werte und Strategien einer "Nachhaltigen Präsenz" im Netz?


Ich suche dafür noch jemand als Sparringspartner für das Panel danach, der Weblogs (heute) überflüssig findet und Facebook für die Ultima Ratio hält ;) Wer mag?



Update: Jetzt auch mit Präse;

Superman 77: Realnamen, Pseudonyme, Usenet und Weblogs

Posted by Oliver Gassner • Wednesday, July 14. 2010
Heinz Wittenbrink reagiert in "Furchtlose Rede" oder "Anonyme Feiglinge": Warum Kommentatoren ihre Namen nennen sollten auf eine Diskussion um anonyme oder pseudonyme Blogkommentatoren. er wiederum war von Martin Weigerts Einlassung zu diesem Komplex angeregt worden.

Ein paar Beobachtungen dazu.

I.
Die Realnamendebatte ist alt. Wir haben sie im Usenet ausführlich diskutiert im Kontext mit der Netikette. Meine Frage war da immer: "Würden Sie mit einer maskierten Person an der Haustür diskutieren?" Ich hatte auch den Fall, dass das Telefon klingelte und jemand guten Tag sagte und mit mir über etwas sprechen wollte, was er im web gefunden hatte. Ich fragte, mit wem ich spreche. er sagte, sein Name tue nichts zur Sache. Da hab ich kommentarlos aufgelegt. Das Nennen eines Namens gehört finde ich zu den minimalen Gepflogenheiten der Gesellschaft.

II.
Pseudonyme und Künstlernamen sind eine andere Sache. Wer weiß schon, wie Wau Holland (RIP, Alterspräsident des CCC) wirklich mit Vornamen hieß? Während bei Kosmar noch viele spontan sagen können, wie er heißt, dürfte das bei padeluun schon schwerfallen (mir jedenfalls). Und ich hab null Ahnung, ob Rena Tangens wirklich so heißt oder nicht. Und bei Endergone Zwiebeltüte stand angeblich das Pseudonym als Künstlername sogar im Pass. Legenden wie Kibo, die im Usenet beinahe religiösen Charakter haben, kommen dazu.
Für mich elevant ist, dass hinter so einem Pseudonym eine stabile Identität steht. Was mir einmal passiert ist: Ein anonymer Blogger schrieb einen Artikel, in dem er meinen Namen und den einiger anderer Leute in sehr unfreundlichem Kontext einer 'Liste' hinzufügte. Nachdem ich Jahre später mit dem Blogger via Twitter recht" nett" plauderte und ihm geholfen hatte (ich weiß bis heute nicht, wer es ist), wies ich ihn auf den alten Artikel hin. Er sagte, das habe er gar nicht geschrieben und löschte den Artikel. D.h entweder handelt es sich um ein Gruppenpseudonym (man google mal Monty Cantsin oder suche Karen Eliot bei Facebook) oder da hat ein 'Alliierter' des Bloggers dessen Pseudonym benutzt, um sich selbst nicht (juristisch) zu exponieren und einfach nur üble Nachrede zu verbreiten. D.h. wenn ich nun das Blog lese, kann ich nie sicher sein: Ist das die nette Twitterperson oder der Typ, der mich unfreundlich behandelt? Welchen Inhalten von wem vertraue ich?

III.
Ein anderer pseudonymer Blogger (der sich Dritten auch schon offenbart hat) ist gelegentlich in Kommunikation mit mir. Ich schätze ihn als extrem kompetent ein. Ihm bei Twitter zu folgen sehe ich nicht als Problem, aber wenn ich eine 'Unperson' als Kontakt in einem Social Network habe (bei XING erst recht), will ich auch wissen, mit wem ich es zu tun habe.

IV. Stabilität und 'für etwas einstehen' denke ich sind für mich hier relevant. wenn jemand mit Pseudonym nur pöbelt und nicht argumentiert, dann bin ich kaum geneigt, das Gespräch ernst zu nehmen. Das hat mir den Spaß am Schreiben in Telepolis gründlich vermiest und gerade solche Umgebungen machen den Abscheu der Journalisten vor den 'Online-Pöbleren' vollkommen verständlich. Würde heise Realnamen einfordern (jaaaa, auch da kann man hinschreiben, was man will), dann würden zumidenst einige etwas hilfreicher argumentieren, wenn auch das was da steht ihnen nicht gefällt.

V.
Was Blogkommentare angeht sind mit Realnamen oder Pseudonyme egal (sofern sie nicht eindeutig aus SEO-Gründen gewählt werden). Wichtiger ist mir, dass es kein Scheinkommentar zu SEO Zwecken und keine Pöbelei ist. Dem einen wird das Link entfernt, der andere wird gelöscht. meine Hauptkommentarmoderationsregel ist: "Wer sich wie ein Gast benimmt, wird wie ein Gast behandelt." Und bei mir heißen Gäste normalerweise nicht "Superman77".

***
Und:
Da immer mal wieder ein Autor darauf verweist, dass er 'unter Synonym' publizieren will, verweise aich auch mal auf meinen Artikel zum Nym-Komplex:
Anonym, Pseudonym, Synonym, Antonym, Homonym - ein Grundkurs

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