Märkte, Gespräche, Elefanten, Brandeins und der Cluetrain

Posted by Oliver Gassner • Wednesday, July 7. 2010
Teilen
Eine Journalistin hat mich vor ein paar Tagen für den SAZ-Letter interviewt. Ich hebe mal die Passagen wieder, die ohnehin auf dem beruhen, was ich erzählt habe ;)

Mein 'Stichwort' war das von den '90% Müll' die angeblich bei Facebook oder Twitter wuchern.

„Es ist normal, dass eine Bibliothek nicht über mehr als zehn Prozent Bücher verfügt, die Sie wirklich lesen wollen“, kommentiert Oliver Gassner, offizieller Xing-Trainer und Web-Kommunikations-Experte der Social-Web-Beratung Carpe.com in Vaihingen. Auf ausnahmslos jedem Kanal würden 90 Prozent informationeller Müll produziert. „Es liegt in der Verantwortlichkeit des Nutzers, was er liest, wem er folgt und mit wem er netzwerkt“, betont Gassner. Insofern sei der TKP tot, zumindest im Dunstkreis sozialer Netzwerke. Die traditionelle Mediawährung verstehe es nicht, Mundpropaganda zu messen. Das gelinge nur, wenn man die Intensität von Gesprächen im Web analysiere und berücksichtige, dass sich die Zielgruppe selbst selektiere. „Unternehmen müssen nicht mehr so viel Rauschen — Streuverluste — erzeugen, sondern individuelle Werbung und damit Empfehlungen“, rät Gassner apropos Web-Strategie.

(...)
Wichtig sei es jedoch, dass Unternehmen auch in Krisenfällen reagierten. Als das Fruchtsaftgetränk Capri Sun in den USA negative Kommentare in der Blogosphäre erhielt — ein Nutzer hatte in einem defekten Getränkebeutel einen Pilz entdeckt — wies der Anbieter von Capri Sun darauf hin, dass verletzte Packungen weggeschmissen werden müssen. So konnte er ein weiteres Hochkochen der Meldung verhindern.

(...) Gassner sieht jedoch praktikable Ansatzpunkte für Experimente an den Schnittstellen von Social-Plattformen und eigenen Blogs oder Katalogen. Wer hier an Monetarisierungskonzepten bzw. Zielgruppenzuflüssen für seine Sales arbeite, müsse mit gesundem Menschenverstand vorgehen und die „Nettikette“, also die Gepflogenheiten und Höflichkeitsformen des Web, beachten. „Das kollektive Gedächtnis von Communities ist wie das eines Elefanten: extrem merkfähig.“ Darum sind Fehler verpönt und nur schwer wieder auszuwetzen. Aus Gassners Sicht besteht die einzige Lösung darin, kommunikationswilligen Nutzern — egal ob Fans oder Kritikern — im selben Kanal zu antworten. „Es ist notwendig, dort zu sein, wo die Gespräche stattfinden“, betont der Social-Web-Experte in Anlehnung an das honorige, internetbezogene Cluetrain-Manifest aus dem Jahr 1999.


Genau um das CT-Manifest dreht sich auch das Gangbang-Interview, das Luebue, Michael Domsalla, andere und ich (accidentally: am Towel Day, 25.5.) bei der Brandeins gegeben haben und das im 7/2010 Heft vertreten ist:
SCHWERPUNKT: Beziehungswirtschaft
, "Die Guten sind immer die Ersten" (Link folgt sobald das online ist.)

Comments?


SAZ-Letter 07/2010 (3) - MEDIA

Workshop: Social-Web-Recherche für Journalisten (und andere) - 14.06.2010 in Stuttgart

Posted by Oliver Gassner • Tuesday, May 11. 2010
Teilen
Zum 2. Mal für den JBB und insgesamt zum 4. Mal mache ich meinen Workshop zum recherchieren im Social Web.
Es sind noch Plätze frei ;)

Das Netz lebt. Es wird belegt mit Etiketten wie „Living Web“, „Web 2.0“, „Social Web“ und es kommen Schlagworte auf wie Bürgerjournalismus, Weblog, Social Networking, Tagging, Social Graph. Wie nun kann man dies „lebende Netz“ für die Recherche nutzen? Wie Themen finden und ausleuchten? Wie die neuen Techniken wie RSS und Filtering dafür nutzen, um sich relevante thematische oder lokale Informationen automatisch anliefern zu lassen? Wie recherchiert man in Weblogs? Wie und wo erkennt man, welche Geschichten in der Blogosphäre gerade ‚hochkochen‘? Wie
sichtet man eine große Zahl von Onlinequellen in kurzer Zeit effizient? Und wie bewertet man Onlinequellen, was ihre Verlässlichkeit angeht?

Diese und andere Fragen werden an konkreten Beispielrecherchen aus dem Alltag der Seminarteilnehmer praktisch angegangen.


Internet-Recherche | VSZV Verband Südwestdeutscher Zeitungsverleger e.V.

Seminarleitung:
Dr. Bernhard Haupt,
Verband Südwestdeutscher
Zeitungsverleger e.V., Stuttgart

Referent:
Oliver Gassner, Weblog-Journalist
und Social Media Berater,
Vaihingen

Basic Blogging: Der Mailkurs

Posted by Oliver Gassner • Friday, May 7. 2010
Teilen
In den vergangenen Jahren gab es ja das 'Blog Sommer Camp': 8 Wochen mit Mails und Blogpostings zu grundlegenden Infos zum Bloggen.

Das gibt es jetzt 365 Tage im Jahr (allerdings erstmnal auch nur mit Content für 8 Wochen ;) ) Nicht mehr als Blogpostings aber hier per Mail zum Abonnieren:



Beantwortet werden Fragen wie:
- Was sind Weblogs?
- Wie finde ich Weblogs?
- Wie bekomme ich einen Eindruck von der deutschen und internationalen Blogosphäre?
- Wie gehe ich mit RSS um und abonniere Blogs oder recherchiere automatisch?
- Was muss ich rechtlich beachten? Wie verhalte ich mich korrekt?
- Wie soll mein Blog denn heißen?

Weitere zu behandelnde Fragen nehme ich gern hier oder unter der in den Kursmail genannten Mailadresse entgegen. Hier können natürlich auch veraltete Links oder Infos gemeldet (der erste Blog-Sommerkurs lief glaube ich vor 5 Jahren oder so ;) ).

Der Mailkurs, zu dem man sich oben anmelden kann, ist kostenlos und wird es bleiben.

***

Wer zu den Kursmails Fragen hat, kann, wie in den vergangen Jahren, gern gegen eine kleinen Obolus der Premium-Mailingliste beitreten. (Und man kann mich natürlich auch für allerlei Vergnügungen in dem Zusammenhang buchen :) )

Das mit der Premiumliste für Rückfragen geht dann so:
Anmelden
- Erst mir ne Mail schicken: oliver.gassner+blogkurs@gmail.com

Für Privatnutzer
- Zur Amazon-Wishlist bei http://www.amazon.de/gp/registry/wishlist/3QZI8Y8GSKK6F/, was aussuchen und an mich schicken lassen (Adresse steht im Impressum ;), Gebrauchtbücher sind OK. Wen man gut taktiert kostet das dann 3 EUR 1 Cent ;) )
- Mail an oliver.gassner+blogkurs@gmail.com, was es war.

Für den beruflichen/gewerblichen Einsatz (Rechnung):
- Das in der Mail oben erwähnen und Rechnungsadresse beifügen
- Es kommt dann eine Rechnung über 100 EUR zzgl gesetzl. MwSt. (Drunter lohnt sich der Rechnungstralalla nicht, sorry.)

- Als Bestätigung lade ich dann in die Mailingliste ein.

Die Mailingliste ist natürlich ab dann auf 'Lebendauer' zugänglich und dient dem Austausch mit mir und allen anderen Teilnehmenden auch aus den letzen Jahren.

***
Ähnliche Mailkurse wie oben gibt es auch zu Business Networking (XING-Tipps u.a., noch ohne Premium Begleitliste) und Selbstmanagement (GTD-Lesekurs) (auch mit Premium Begleitliste).

re:publica 2010 - Fazit #rp10

Posted by Oliver Gassner • Saturday, April 17. 2010
Teilen
Wie ich geschrieben hatte: Die re:publica 2010 ist ein as Kongress getarntes Familientreffen der deutschsprachigen und zum Teil internationalen Blogosphäre.

Es ist der Ort, wo die digitalen Gespräche ein Gesicht bekommen.

So war es auch diesmal wieder. anfangs wieder wackeliges WLAN, volle Sessionräume und vereinzelte Referenten, dene nicht ganz klar war, wen sie hier vor sich hatten (und die 30 Minuten versuchten, Google Buzz zu zeigen anstatt drüber zu regen, wie man es elegant einsetzt) waren die nahezu traditionellen und wahrsheinlich auch durch die beste Orga nicht abfangbaren Schwachpunke. (Johnny erwähnte im Gespräch mit mir, dass bei den 2000+ Besuchern ständig 500+ Wlanfähige Devices aktiv seien. - Besim neben mir im auto sagt: Segmentiert u arbeiten und das zu verwalten sei nicht trivial, und dass das gegen ende zu 60-70% funktioniert habe, sei eine reife Leistung. Und er weiss, wovon er redet ;))

So, zu den takeways.

Neben dem Ort zum 'socializen' (von 9:00 bis 3:00 ) und de langen philosophischen Gespräche ist die re:publica das, was auch die reboot war und ist: ein Ort der Inspiration, an dem man engagerten Votragenden, sei es aus der arabischen welt, China oder den USA begegnet, und sich neure Anregungen und andere Perspektiven auf Themen wie Zensur oder Pivacy holen kann. Jeff Jarvis ist ier hervorzuheben (Video bau ich dann ein.)

Auch Aspekte der Netzkultur werden von kompetenter Seite (Peter Kruse und Miriam Meckel) in den Blck genommen und setzen die digitale Evolution in Perspektive und lenken den Blick auch der Kompetenten auf kritisch zu beobachtende Aspekte wie Determinismus und Freiheit von Algorithmen und Menschen oder auf die Beobachtung, dass die soziodigitale Kommunikation unumkehrbar und unbremsbar istN

Neben diesen Erfahrungen mit Menschen und gewonnen Erkenntnissen nehme ich aus der Slow-Media-Session den verstärkten Vorsatz mit, die viele guten Bücher mal zu lesen, die bei mir im Regal stehen.

Danke re:publica, Tanja, Johnny, Markus, Spreeblick, Newthinking, Markus & Co. (& den drei gastgebern: Thomas, Lena/Jens und Markus) [Links kommen da auch noch ;)]

Todo: Videos einbauen ;)

Bis nächstes Jahr.

OG @ Berlin - 13.04.2010 - 17.4.2010 #rp10

Posted by Oliver Gassner • Monday, April 12. 2010
Teilen
Ich bin morgen abend hier in Berlin:

http://www.pl0g.de/wordpress/2010/04/10/pl0gbar-jahreshauptsammlung-2010-zur-rp10/
(begrenzte Platzzahl. Anmeldung kostenlos via MIXXT Plattform.)
Eventuell bin ich auch schon früher da.
Einfach: 0179 2972342 ab ca 11 Uhr bin ich am Dienstag als Beifahrer von Besim Karadeniz vom Süden aus 'on the road'.

Samstag morgen geht es wieder zurück in den Süden. Ich bin die drei Tage bei der re:publica, die ich als Event extrem empfehlen kann.

Im Prinzip handelt es sich um ein als Kongress getarntes Familientreffen der deutschsprachigen Blogosphäre mit Gästen aus Übersee. (Das ist in der Kalkscheune & im Friedrichstadtpalast.)

Meinen Aufenthalt auch als XING-Event:

Event: OG @ Berlin - 13.04.2010 - Events | XING

Wie gesagt: Am Besten anrufen, ich bin zwar online, gucke abwr nicht dauernd auf alle Kanäle sondern rede mit Menschen ;)

Individualität und das Kollektiv im Social Web

Posted by Oliver Gassner • Monday, March 8. 2010
Teilen
In seinem Aufsatz zu Enterprise 2.0 in "Die Kunst Loszulassen" definiert David Weinberger das Web 2.0 grob als die Kombination von Interoperabilität der Applikationen (durch APIs, XML/RPC und RSS etc.) und User Generated Content. Also: Mitmachweb und Mashups.

Dies ist eine Kombination aus zwei Komponenten, die immer wieder unter verschiedenen Aspekten die Diskussion um das Social Web begleiten: Datenschutz, Crowdsourcing, Wisdom of Crowds, Power Law, A-Blogger, Citizen Journalism, Long Tail, Aggregation, DRM vs. Open Source/CC - hier wird immer wieder zwischen den Interessen und Leistungen des Individuums und den Interessen von Staat, Firmen/Wirtschaft und 'dem Kollekiv', der Gesellschaft abgewogen.

Grund genug, sich (wiederum eher essaysitische denn vollständige) Gedanken zu diesem Begriffspaar zu machen. Auch hier gilt wie bei früheren Artikeln: An sich wär das ein Thema für eine ganze Buchreihe.

Das Individuum im Netz

"Personal Publishing" das war eine Zeit lang das Stichwort, unter dem sich Kommunikate wie Hompages, Weblogs, Podcasts, Online-Video und ähnliche Phänomene subsumieren ließen. So wie die Druckerpresse, das Hektographiergerät oder der Fotokopierer ermöglichte die neue digitale Netztechnologie eine neue Form des Publizierens und lässt erneut die Kosten einer Publikation schrumpfen.

Plötzlich 'lohnt es' auch Nischenmärkte zu bedienen, denn es kostet fast gar nichts mehr, einen Text oder ein Video zu produzieren, zu verbreiten oder vorzuhalten. Damit rücken die Themen auch näher an die Menschen: Mehr von dem, was nur einige interessiert ist im vergoogelten Netz auch auffindbar. Dass sich nicht alle diese persönlichen Interessen mit Gesetzbüchern oder Moralvorstellungen und der politischen Agenda in Passung zu bringen sind, enerviert dann wieder Politik und Gesellschaft.

Dass hier - wie auch bei frühen Druckerzeugnissen - die Individuen zu ihrem Schutz nicht selten unter Pseudonym auftreten, verwundert nicht. Offenbar vertragen sich Alltagsrolle und Rolle des "Digital Pionieer", des "Explorierenden in neuen Räumen" sozial zunächst nicht miteinander. Andeerseits zeigen sich in Netzen wie XING, Facebook und "Wer kennt Wen", dass das keien notwendige Bedingung des digitalen Engagements ist und dass eine Koppelung von Netzwelt und realem Umfeld fortschreitet.

Übergänge zur Gruppe
Für das Individuum und seine meist ja legalen Bedürfnisse allerdings ist das Netz der Rau, Gleichgesinnte zu finden und von Gleichgesinnten gefunden zu werden. Es entsteht ein zunächst kleiner aber wachsender Raum für Austausch, Diskussion, Information und Kreativität.

Spätestens wenn nicht nur die Interessen von Individuen sich vernetzt digital zeigen, sondern auch ihre Beziehungen, wird das Netz zu einem 'Medium' auch für das "Soziale an sich": Partnersuche, gemeinsame Aktivitäten, politisches und bürgerschaftliches Engagement. Das Digitale schwappt ins Reale über, das scheinbar der Realität entfremdete wird plötzlich sehr greifbar.

So wie die Druckerpresse final zum Abstieg von Kirche und Adel als Herrschende geführt hat, wird auch der digitale Raum und seien Dialoge langfristig den Individuen die Möglichkeit geben, die Welt, in der sie leben, stärker zu formen.

Das Netz begann früh, interaktive Gruppenbildung zu fördern: Durch Mailinglisten, Usenet, IRC und MUDs. Das waren zu Frühzeiten des Netzes bereits digitale Räume, in der es nicht nur um Distribuierung von Rechenzeit (das war der erste Einsatzzweck des ARPANET) sondern primär der Interaktion zwischen Individuen in der Gruppe gewidmet waren. (Man lese dazu auch "Where wizards stay up late", eine sehr instruktive Geschichte des 'frühen Internet'. Link siehe unten...)

Das Netz der Gruppen

Neben dem User Generated Content (UGC) führt Weinberger als zweite Komponente des Web 2.0 auf, dass Applikationen interagieren können. Das wirkt relativ abstrakt, aber man kann sich ansehen, was durch sich massierenden UGC entsteht:

* bei Flickr enstehen riesige Archive von verschlagworteten Fotos - keine Geschichtsepoche wird so lückenlos in Wort, Bild und Ton dokumentiert sein, wie unsere (Fotos gab es schon früher, aber sie verschwinden, weil sie 'real' waren. Tn und Filmdokumente zerfallen. Der Archivierung des Digitalen widmen sich inzwischen auch global die nationalen Archive der Länder.)
* die Blogosphäre erzeugt ein gigantisches Netz gegenseitiger Verlinkungen, auf das Google weider seinen Ranking-Algorithmus anwendet und Relevantes von Irrelevantem scheidet
* bei delicious.com ensteht ein gigantisches Netz verschlagworteter Links
* Wikipedia erzeugt im Spannungsfeld von rigiden Regularien und kreativem persönlichem Einsatz vieler eine umfassendes Nachschlagewerk
* Firmen lagern Kreativprozesse oder Forschung aus und importieren so ständig neustes -und telweise bereits anderswo vorhandenes- Know-how
* Webseitenbetreiber wie Amazon oder XING analysieren das Verhalten ihrer User und optimieren ständig ihre Angebote

So wird ganz konkret täglich Wert erzeugt, mal im Dialog, mach durch technische Umformung dessen, was Einzelne "im Schwam tun."

Die These, dass hier ein 'neuer Maoismus' drohe (Lanier) scheint mir eher eine elegante Selbstverkaufsmasche,denn ein sinnvoll stützbares Argument: Es fehlt sowohl die quasireligiöse Zentralinstanz als auch die Gewalt, mit der eine Gleichschaltung stattzufinden hätte.

Was sich an 'Macht' in solchen Kollektiven bildet, scheint eher anthropologischen Konstanten geschuldet denn Verschwörungen der Wenigen. (Clay Shirky, Power Laws)

Dass solche Kollektive oder Schwärme auch politische Relevanz haben, hat man bei den Petitionen zu bedingungslosem Grundeinkommen und Netzsperren gesehen. Ob eine vermehrte Diskussion den BGE oder das Einknicken auch der SPD bei den Netzsperren nun auf den 'Druck der Drähte' zurückzuführen war oder von Beginn an bloße Wahlkampftaktik, wird wohl offen blieben müssen.
Gelegentlich geraten solche Aktionen außer Kontrolle - wie ein Flashmob auf Sylt - oder kollidieren mit gesetzlichen Regelungen - wie die ursprünglich als Kunstaktion intendierten Flashmobs als Streikform im Arbeitskampf.

Fakt ist, dass sich das Netz als politischer Raum etabliert und mehr Themen aufgreift als nur Netzpolitik im engeren Sinne.

Aus den digitalen Kollektiven werden gesellschaftlich relevante Gesprächspartner, der digitale Raum wird zu einem der Räume, in denen politischer und gesellschaftlicher Diskurs stattfindet.
Dass das neue Medium als Sündenbock herhalten muss, wenn es die Gewalt und das Verbrechen, die in der Gesellschaft existieren, ebenfalls enthält und widerspiegelt das ist eher ein Teil des altbekannten Diskurses 'neues Medium' der seit Sokrates/Platon in immer neuen Varianten durchgespielt wird, als ein Verteidigungsreflex der etablierten Strukturen. [Dieser Satz ist waffenscheinpflichtig, kann den mal jemand umbauen? Danke ;) - OG]

Auf den Einwand der Marginalität von digitalen Räumen habe ich kürzlich bei Google Buzz geschrieben: "Wenn man mit dem Netz die Welt nicht retten kann, dann ist es mir egal."

Zusammen mit einigen Visionären der frühen Netzwelt glaube ich wirklich, dass wenn dieser Planet eine Chance hat ein paar seiner Probleme mindestens einzurenken, dann durch globale, digital vernetze Kreativität von Individuen und Gruppen.

Um nichts weniger geht es hier.

***
Erwähnte Bücher:;


Kalendermathematik: Chronik des XING-Testimonial-Skandals

Posted by Oliver Gassner • Tuesday, March 2. 2010
Teilen
Disclosure: Ich bin XING-Ambassador für Stuttgart und im Team der offiziellen XING-Seminare von Joachim Rumohr. In keiner dieser Funktionen werde ich von XING bezahlt. Über die internen Abläufe bei XING zu diesem Fall bin ich nicht informiert und habe auch mit keinem XING-Mitarbeiter darüber kommuniziert.
***
An sich wollte ich ja zu Und es hat XING gemacht nicht arg viel mehr sagen als in dem Kommentar auf 'off the record': dass es doch schön ist, dass Mitarbeiter für ihre Firma sogar das Plakatgesicht hinhalten.

Beim Nachlesen diverser Blogposts ist mir nur aufgefallen:

Am 11.2. kündigt XING die Kampagne im Blog an: Und es hat XING gemacht. (bei der DLD hingen schon die Plakate.)
Update 3.3.: Am selben Tag kommt auch eine Pressemitteilung raus, die bis heute keinen Hinweis auf die Mitarbeitrerrollen der Fotografierten zteiugt, allerdings das etwas seltsame Staement enthält, Darüber hinaus wird in der zweiten Phase die Community mit einbezogen: Mitglieder werden die Möglichkeit haben, ihren eigenen persönlichen XING-Moment auf der Microsite hochzuladen und so Teil der Kampagne zu werden. was ja impliziert, dass die bisher abgebildeten Personen zumindest keine 'normalen' Mitglieder sind, sondern irgendwie besondere.

Update 3.3.: Am 11.2. um 13:15 meldet W&V die Kampagne. Die Version von diesem Tag ist im Google-cache der Mobilversion erhalten und hat keinen Hinweise auf die Rolle der Mitarbeiter. (Danke an Ralf D. für den Hinweis.) Dort heißt dann später in einer offenbar aktualisierten Meldung allerdings ganz ohne negative Bewertung: "Im ersten Flight fungieren Xing-Mitarbeiter als Testimonials. In den kommenden Wochen werden dann die Xing-Nutzer selbst in die Werbung mit einbezogen. " Das kommt offenbar nicht aus der PM, ist also wohl nachrecherchiert oder hat eine andere Quelle. WENN die PM so wie oben formuliert war, ist es natürlich eine nahe liegende Nachfrage zu sagen: "Und wer ist das dann da auf den Fotos, wenn es keine Mitglieder sind, die ja erst kommen?" Wenn dei Info von XING stammt, dann haben sie's zwar nicht selbst verbreitet aber immerhin nicht verschwiegen. Wenn die Info nicht von XING stammt, hat entweder jemand nen Tipp gekriegt oder fix recherchiert. Allerdings trägt der Text kein Autorenkürzel. Dass W&V da aber eine Info verbreitet, dei XING selbst nicht aktiv verbreitet, dürfte intern und bei der Agentur aufgefallen sein.
Der W&V-Artikel wird - wenn man nach ihm bei Google sucht - zwei mal aufgelistet, einmal mit dem Datum 11.2. auf der Kampagnentickerseite, einmal mit Datum 15.2. Es wäre also anzunehmen, dass der Artikel am (oder vor dem) 15.2. (vor rückfragenden Kommentar im Blog, s.u.) überarbeitet wurde.

->

Continue reading "Kalendermathematik: Chronik des XING-Testimonial-Skandals"


  • Backlinks hierher

  • Even more stuff



    zu meinem GCal



    testzone Bannerserver:

  • [i]
    Oliver Gassner has 609 followers on Google Buzz
    Oliver Gassner
    Oliver Gassner

    Logo StiuttgartBC Stuttgart Business Club - Networking & Events

  • Blog abonnieren:

  • Comments / Trackbacks

    Thu, 02.09.2010 11:33
    Sascha Lobo hat dazu mal getwi ttert: "Wer Twitter d [...]
    Wed, 01.09.2010 17:30
    Derzeit ist es (einfach) "hip" sich >>skeptisch
    Thu, 26.08.2010 17:25
    Solche News finde ich auserord entlich Interessant.
    Sat, 21.08.2010 14:27
    Denke das Adwords tool auch di e Daten von verschienden [...]
    Tue, 17.08.2010 16:18
    Logo. Spammer braten macht Spa ß.
    Tue, 17.08.2010 16:04
    Mit Zeitungen kann man auch pr ima Wespen killen. Mit n [...]
    Tue, 17.08.2010 08:23
    erster! ich frage mich, ob o der besser: wieviel angs [...]
    Mon, 16.08.2010 21:50
    Gut zu wissen, dass du den SPA M auch erhalten hast. We [...]
    Sun, 15.08.2010 14:52
    Danke. Grüsse aus Stuttgart
    Fri, 13.08.2010 23:48
    Ich bevorzuge es in z.B. polit ischen Diskussionen natü [...]
    oliver about Umzugsstationen
    Thu, 12.08.2010 00:17
    das buero ist fuer 2 und fuer den grossteil meiner Büc [...]
    ogo@ccarprr.c about Umzugsstationen
    Thu, 12.08.2010 00:15
    das buero ist fuer 2 und fuer den grossteil meiner Büc [...]
    Thu, 12.08.2010 00:06
    So, mit dem IE hat es dann doc h noch funktioniert... d [...]
    Fri, 06.08.2010 16:27
    Interessant: von über 30 'Code nehmern' haben grad mal [...]
    Fri, 06.08.2010 16:20
    Das ist das Flashbanner an der seite (XING_seminare) i [...]
  • Meistkommentiert:

  • Themen dieses Weblogs

                                           
  • Links

  • Communicate! & Faces & Friend Connect &c

    Communicate! &c

    More about this blog:
    * Blog-Archiv
    * I am reading ...
    * CHAT with me (no login req.)
    * SKYPE me!
    * Disclosure / Customers
    * follow me on Twitter

    Your face