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Die Seele

Posted by Oliver Gassner • Monday, November 29. 2004
Julian: Ist die Seele im Kopf?

Ich: Das ist eine ziemlich schwierige Frage, über die es verschiedene Meinungen gibt. Ich hatte dir ja erzählt, dass wir das, was in uns denkt und fühlt auch unsere Seele nennen. Es gibt nun manche Menschen, die glauben, dass es nur unser Gehirn ist, das für das Denken und Fühlen zuständig ist. Das hieße, dass auch das, was wir Seele nennen, etwas ist, das nur in unserem Gehirn passiert. Andere Menschen glauben, dass die Seele etwas ist, das weiterlebt, wenn der Körper stirbt, dass sie unsterblich ist. Dann wäre sie auch nicht nur im Kopf.

Julian: (deutet mit seinen Händen an) Sondern überall im Körper.

Ich. Genau.

Julian: Und wenn man stirbt?

Ich: Die Leute, die an Gott glauben, die glauben auch, dass sie eine unsterbliche Seele haben, die zu Gott geht, wenn sie sterben. Die anderen, die glauben, dass mit unserem Gehirn auch unsere Gedanken und Gefühle sterben, denken, dass die Seele mit dem Körper stirbt und weg ist.

Julian: Nur die Knochen bleiben übrig. Ein Skelett. (Holt sein Playmobil-Priaten-Skelett.) So sieht das aus.

Ich: Irgendwann zerfallen auch die Knochen zu Staub.

Julian: Oder man kommt als Baby wieder.

Ich: Das ist eine andere Idee von Menschen zu diesem Thema. Ich glaube die Menschen streiten jetzt seit rund 3000 Jahren über diese Frage, aber man weiß nicht, wer Recht hat, denn die Seele kann man nicht sehen.

Julian: (zeigt mir ein Visier eines Playmobil-Feuerwehrmanns): So durchsichtig sieht die Seele aus.

Ich: Sie ist sogar noch unsichtbarere als Glas.

Julian: Und Gespenster?

Ich: Du weißt ja, dass es Gespenster nicht gibt, nur in der Phantasie. Aber manche Menschen glauben, dass das die Seelen von Menschen sind.

Julian: Ich glaube dass meine Seele weiterlebt. Glaubst Du das auch?

Ich: Ich weiß es nicht, ob die Seele unsterblich ist. Aber ich finde es schön, wenn Du das glauben kannst. Die Menschen streiten wie gesagt seit über tausend Jahren darüber.

Julian: Ich hab ein Bild, wo Menschen sich streiten, in der Geschichte von Noah, ich hol es mal. (Holt seine Kinderbibel und blättert und findet es nicht.)

Ich: Ich helfe Dir. (Schlage die Seite auf.)

Julian: So ist streiten.

Ich: Ja, aber die Leute, die sich über die Seele gestritten haben, haben sicht nicht geschlagen, wie die Leute hier auf dem Bild. Sie haben sich nur erklärt, welche Meinung sie zu dem Thema haben.

Schnellvorlauf Religionsgeschichte

Posted by Oliver Gassner • Thursday, May 24. 2012
Julian (5): Gell, Gott ist der Mächtigste, den es gibt.

Ich: Ja, er ist der Mächtigste. Das glauben die, die glauben dass es Gott gibt. Die, die nicht glauben, dass es Gott gibt, sehen das nicht so.

Julian: Ich glaube, dass es Gott gibt. Glaubst du das auch?

Ich: Nein, ich glaube das nicht.

Julian: Erklärst Du mir das mit den Leuten, die das nicht glauben?

Ich: Die Urmenschen am Anfang, die haben vieles nicht verstanden. Sie wussten nicht was Wind ist, woher der Regen kommt und dass die Sonne ein glühender Gasball im Weltall ist.
Sie dachten: Wenn der Wind bläst, dann muss das ein sehr mächtiger Mensch sein, der bläst, und die Sonne haben sie auch für einen Gott gehalten. Sie hatten Götter für alles Mögliche: für den Regen, den Frühling, den Wind und die Sonne. Zum Beispiel bei den alten Ägyptern war es so.
Und weil Götter als mächtig galten und die Könige auch mächtig sein wollten haben sie gesagt: "Ich bin der Sohn von Gott." Damit wollten sie sagen: ich bin mächtig, ich kann bestimmen.
Der Gott, dessen Sohn sie waren, wurde dann zum wichtigsten Gott und so kam es später, dass man in manchen Ländern nur noch an einen Gott glaubte: den Gott, von dem der Herrscher sagte, dass er sein Vater sei.
Und so ähnlich ist es auch mit dem Gott, von dem Du in der Bibel liest: Das ist der Gott eines Volkes, der Israeliten, die geglaubt haben, dass er sie beschützt. Andere Völker haben andere Götter, manche Völker haben eine Religion, glauben aber an gar keine Götter, wie die Buddisten. Andere Völker, wie die Hindus, haben viele hundert Götter.

Julian: Aber dann wäre die Bibel falsch.

Ich: Die Bibel ist ein Buch mit Geschichten, die sich die Leute erzählen, die an ihren einen Gott glauben. Andere Völker haben andere heilige Bücher, in denen ihre Geschichten gesammelt sind, Und manche Leute glauben dass Wind und Regen, Sonne und Sterne und auch die Erde entstanden sind, ganz ohne dass sie ein Gott oder mehrere Götter geschaffen haben. Sie sagen, dass man sie auch so verstehen kann und sich erklären kann, wie sie zustande gekommen sind.

Berufe sind ganz doof

Posted by Oliver Gassner • Thursday, May 24. 2012
Julian (bald 5): Berufe sind ganz doof.

Ich: Wieso?

Julian: Na, wenn Gott alles gemacht hat, dann kann man doch kein Geld verlangen für Brötchen oder Wurst.

Ich: Und wovon sollen dann der Bäcker und der Metzger leben?

Julian: Jetzt hör mal zu: Gott hat alles geschaffen und deswegen gehört alles allen.

Ich: Gott hat eventuell das Getreide geschaffen und die Kuh, aber das ist ja nicht das, was du isst. Du isst Brot und Wurst. Und das haben die Menschen gemacht. Und weil die leben wollen, müssen sie auch Geld verdienen.

Julian: Warum gibt es eigentlich Geld?

Ich: Ganz früher hat jeder alles selbst gemacht: Brot gebacken, Tiere gejagt, Steinäxte gebastelt, aber irgendwann hat einer gesagt: Du kannst so gut Steinäxte machen, wenn Du mir eine machst, dann geb ich dir dafür das nächste Tier, das ich jage. So sind die Berufe entstanden und am Anfang hat man getauscht. Aber irgendwann kriegte man Probleme: Man konnte nicht alles, was man tauschen wollte, dorthin transportieren, wo es das gab, was man haben wollte. Und deswegen hat man zum Beispiel Tiere gegen Gold eingetauscht und ist dann dorthin gegangen, wo man dann zum Beispiel einen Speer gegen das Gold tauschen konnte, das man für das Tier bekommen hatte.

Urknall am Morgen

Posted by Oliver Gassner • Thursday, May 24. 2012
(Wir hatten, weil Julian sich für Planeten interessiert in einem Kinderlexikon etwas über en Urknall gelesen.)

Julian (morgens im Bad): "War Gott auch in dem winzig kleinen Punkt drin?"

Ich: (ignoriere die Frage vor meinem ersten Kaffee)

Julian: Waren auch die Bäume in dem Punkt drin?

Ich: (denke: OK, Metaphysik geht nicht, aber Physik kriege ich auch ohne Kaffee hin und sage:) Alles was du hier siehst (klopfe auf das Waschbecken) war vor dem Urknall auf einem winzigen Punkt. Aber es war ja noch kein Waschbecken, denn es gab ja noch niemanden, der es hätte machen können. Und alle Teile des Baums waren auch da, aber der Baum war ja noch nicht gewachsen.

Julian: Und Menschen gab es auch noch nicht.

Ich: Genau. Die waren noch nicht geboren.

Julian: Hätte ein Astronaut den Urknall beobachten können?

Ich: Es gab ja noch keine Astronauten.

Julian: Aber wenn.

Ich: Beobachten schon, ich glaube aber nicht, dass er den Urknall überlebt hätte.

Julian: Vielleicht wenn er ganz weit weg gewesen wäre.

Ich: Ja, vielleicht.

(Zeit fürs Frühstück.)

... statt Böller

Posted by Oliver Gassner • Thursday, May 24. 2012
Julian (4j 9m): Papa, ich möchte Böller kaufen.

Ich: Das kannst Du, aber zu viele Böller finde ich nicht gut. Ich erkläre Dir auch warum: Ganz weit weg, ich kann dir das nachher auf der Weltkarte zeigen, ist eine ganz schlimme Flut passiert. Bei der sind viele Menschen gestorben und viele Kinder haben ihre Eltern verloren. Denen würde ich lieber etwas Geld spenden.

Julian: Wenn wir dabei gewesen wären, wären wir vielelicht auch mit Euch gestorben.

Ich: Ja, das kann sein. Hier allerdings kann uns das nicht passieren.

Julian: Ich hole meine Sparkasse und sortiere Geld aus. Das spende ich dann.

Ich: Schön. Und vom Rest kannst Du dann immer noch Böller kaufen.

Julian: (schon auf dem Weg, Bilanz: 2 EUR 37 Cent)

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    Wed, 23.05.2012 08:02
    Das erklärst du jetzt sicher ;)
    Tue, 22.05.2012 23:43
    Coole, knappe Erklärung. Leider stimmt [...]
    Mon, 21.05.2012 11:02
    Danke ;)
    Sat, 19.05.2012 12:06
    Lieber Oliver, danke für die kurze [...]
    Fri, 18.05.2012 16:27
    Eine Empfehlung die ich noch beitragen [...]
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