Superman 77: Realnamen, Pseudonyme, Usenet und Weblogs

Posted by Oliver Gassner • Wednesday, July 14. 2010
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Heinz Wittenbrink reagiert in "Furchtlose Rede" oder "Anonyme Feiglinge": Warum Kommentatoren ihre Namen nennen sollten auf eine Diskussion um anonyme oder pseudonyme Blogkommentatoren. er wiederum war von Martin Weigerts Einlassung zu diesem Komplex angeregt worden.

Ein paar Beobachtungen dazu.

I.
Die Realnamendebatte ist alt. Wir haben sie im Usenet ausführlich diskutiert im Kontext mit der Netikette. Meine Frage war da immer: "Würden Sie mit einer maskierten Person an der Haustür diskutieren?" Ich hatte auch den Fall, dass das Telefon klingelte und jemand guten Tag sagte und mit mir über etwas sprechen wollte, was er im web gefunden hatte. Ich fragte, mit wem ich spreche. er sagte, sein Name tue nichts zur Sache. Da hab ich kommentarlos aufgelegt. Das Nennen eines Namens gehört finde ich zu den minimalen Gepflogenheiten der Gesellschaft.

II.
Pseudonyme und Künstlernamen sind eine andere Sache. Wer weiß schon, wie Wau Holland (RIP, Alterspräsident des CCC) wirklich mit Vornamen hieß? Während bei Kosmar noch viele spontan sagen können, wie er heißt, dürfte das bei padeluun schon schwerfallen (mir jedenfalls). Und ich hab null Ahnung, ob Rena Tangens wirklich so heißt oder nicht. Und bei Endergone Zwiebeltüte stand angeblich das Pseudonym als Künstlername sogar im Pass. Legenden wie Kibo, die im Usenet beinahe religiösen Charakter haben, kommen dazu.
Für mich elevant ist, dass hinter so einem Pseudonym eine stabile Identität steht. Was mir einmal passiert ist: Ein anonymer Blogger schrieb einen Artikel, in dem er meinen Namen und den einiger anderer Leute in sehr unfreundlichem Kontext einer 'Liste' hinzufügte. Nachdem ich Jahre später mit dem Blogger via Twitter recht" nett" plauderte und ihm geholfen hatte (ich weiß bis heute nicht, wer es ist), wies ich ihn auf den alten Artikel hin. Er sagte, das habe er gar nicht geschrieben und löschte den Artikel. D.h entweder handelt es sich um ein Gruppenpseudonym (man google mal Monty Cantsin oder suche Karen Eliot bei Facebook) oder da hat ein 'Alliierter' des Bloggers dessen Pseudonym benutzt, um sich selbst nicht (juristisch) zu exponieren und einfach nur üble Nachrede zu verbreiten. D.h. wenn ich nun das Blog lese, kann ich nie sicher sein: Ist das die nette Twitterperson oder der Typ, der mich unfreundlich behandelt? Welchen Inhalten von wem vertraue ich?

III.
Ein anderer pseudonymer Blogger (der sich Dritten auch schon offenbart hat) ist gelegentlich in Kommunikation mit mir. Ich schätze ihn als extrem kompetent ein. Ihm bei Twitter zu folgen sehe ich nicht als Problem, aber wenn ich eine 'Unperson' als Kontakt in einem Social Network habe (bei XING erst recht), will ich auch wissen, mit wem ich es zu tun habe.

IV. Stabilität und 'für etwas einstehen' denke ich sind für mich hier relevant. wenn jemand mit Pseudonym nur pöbelt und nicht argumentiert, dann bin ich kaum geneigt, das Gespräch ernst zu nehmen. Das hat mir den Spaß am Schreiben in Telepolis gründlich vermiest und gerade solche Umgebungen machen den Abscheu der Journalisten vor den 'Online-Pöbleren' vollkommen verständlich. Würde heise Realnamen einfordern (jaaaa, auch da kann man hinschreiben, was man will), dann würden zumidenst einige etwas hilfreicher argumentieren, wenn auch das was da steht ihnen nicht gefällt.

V.
Was Blogkommentare angeht sind mit Realnamen oder Pseudonyme egal (sofern sie nicht eindeutig aus SEO-Gründen gewählt werden). Wichtiger ist mir, dass es kein Scheinkommentar zu SEO Zwecken und keine Pöbelei ist. Dem einen wird das Link entfernt, der andere wird gelöscht. meine Hauptkommentarmoderationsregel ist: "Wer sich wie ein Gast benimmt, wird wie ein Gast behandelt." Und bei mir heißen Gäste normalerweise nicht "Superman77".

***
Und:
Da immer mal wieder ein Autor darauf verweist, dass er 'unter Synonym' publizieren will, verweise aich auch mal auf meinen artikel zum Nym-Komplex:
Anonym, Pseudonym, Synonym, Antonym, Homonym - ein Grundkurs Comments (3) | Trackbacks (0)

Workshop: Social-Web-Recherche für Journalisten (und andere) - 14.06.2010 in Stuttgart

Posted by Oliver Gassner • Tuesday, May 11. 2010
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Zum 2. Mal für den JBB und insgesamt zum 4. Mal mache ich meinen Workshop zum recherchieren im Social Web.
Es sind noch Plätze frei ;)

Das Netz lebt. Es wird belegt mit Etiketten wie „Living Web“, „Web 2.0“, „Social Web“ und es kommen Schlagworte auf wie Bürgerjournalismus, Weblog, Social Networking, Tagging, Social Graph. Wie nun kann man dies „lebende Netz“ für die Recherche nutzen? Wie Themen finden und ausleuchten? Wie die neuen Techniken wie RSS und Filtering dafür nutzen, um sich relevante thematische oder lokale Informationen automatisch anliefern zu lassen? Wie recherchiert man in Weblogs? Wie und wo erkennt man, welche Geschichten in der Blogosphäre gerade ‚hochkochen‘? Wie
sichtet man eine große Zahl von Onlinequellen in kurzer Zeit effizient? Und wie bewertet man Onlinequellen, was ihre Verlässlichkeit angeht?

Diese und andere Fragen werden an konkreten Beispielrecherchen aus dem Alltag der Seminarteilnehmer praktisch angegangen.


Internet-Recherche | VSZV Verband Südwestdeutscher Zeitungsverleger e.V.

Seminarleitung:
Dr. Bernhard Haupt,
Verband Südwestdeutscher
Zeitungsverleger e.V., Stuttgart

Referent:
Oliver Gassner, Weblog-Journalist
und Social Media Berater,
Vaihingen

Crowdsourced Twitter Netiquette (It gets on my nerves if people in Twitter ...) - MindMeister Mind Map

Posted by Oliver Gassner • Thursday, March 25. 2010
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Just yesterday I read an article, that nobody should tellothers how to use twitter. (Not sure if I bookmarked it.)

OTOH people google 'twitter netiquette' and arrive here on the blog.
As I follow a strict policy of 'SOCC' (service orietented content creation' here you go: I offer you to edit this mindmap (or add to the comments) and add your own irritations with others on Twitter.

I still think that etiquette and 'not geting on peples nerves' matter, when you use whatever channel.

OTOH I also say: You are the only person responsoble for what you see on Twitter. if someone gets on your nerves: unfollow. (I even had some 'firnds' unfollow me cause I tweet too much: thats kismet ;) )
Twitter Netiquette (It gets on my nerves if people in Twitter ...) - MindMeister Mind Map



(If U read ths on Buzz U might not see the mindmap. t would also be nice to comemnt on the blogpost and not on buzz, so that everybody can see all comments, bit I WILL link the buzz in the post later...)

Twitter Netiquette & Tipps and the Definition of Microblogging -- links for 2009-08-03

Posted by Oliver Gassner • Monday, August 3. 2009
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The Way I Get Things Done by Jon Larkowski

Posted by Oliver Gassner • Monday, August 3. 2009
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Eine kewle GTD-Präsentation in 20*20 Sekunden (Pecha Kucha) MIT Ping-Pong-Pause.

The Way I Getting Things Done by Jon Larkowski from Hashrocket on Vimeo.




The Way I Get Things Done %u2013 Jon Larkowski - DIGTD - Making You More Productive

Vaihinger Strandleben: Offener Bücherschrank Vaihingen/Enz - öffentlich und 24/4 gratis geöffnet

Posted by Oliver Gassner • Sunday, August 2. 2009
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So, eine Ausnahme zu 'keine PMs hier', denn das ist immerhin ein Projekt aus dem Hause Gassner - meine Frau war nicht unwesentlich an dieser Einrichtung beteiligt - und ist Koordinatorin von strandleben.org.

***

Vaihinger Strandleben: Offener Bücherschrank Vaihingen/Enz

Das Geheimnis ist gelüftet - der VAI e.V.stiftet einen Bücherschrank!

Am Freitag, dem 31.7.2009 um 19.00 Uhr war es soweit. Die Vaihinger Aktion Innenstadt e.V. hat am Vaihinger Strandleben einen „offenen Bücherschrank gestiftet.

Die Macher des Vaihinger Strandleben konnten Rolf A. Kern dazu gewinnen eine kleine Lesung zu machen und den offenen Bücherschranks zu enthüllen.

Anschließend wurde erklärt, wie eine offener Bücherschrank funktioniert. Das Prinzip ist leicht erklärt:

Alle Bürger und Gäste der Stadt dürfen rund um die Uhr und bei jedem Wetter kostenlos Bücher einstellen, Bücher tauschen, Bücher ausleihen und Bücher behalten. Die mitgebrachten Bücher der Teilnehmer wurden dann auch fleißig in den Bücherschrank eingestellt. Die Idee zum diesem offenen Bücherschrank stammt nicht aus Vaihingen, sondern wird schon seit den 1990er-Jahren in verschiedenen Städten praktiziert und hat die Mitglieder des VAI so angesprochen, dass beschlossen wurde auch in Vaihingen ein Schrank aufzustellen. Mit der Firma Wennberg aus Vaihingen fand der VAI schnell einen Sponsor zu dieser Bürgeraktion. Zusammen mit der Stadtverwaltung wurde dann der jetzige Standort, zwischen zwei Besucherbänken und mit ausreichender Marktplatzbeleuchtung ausgesucht. Schreinermeister Fritz Braun erhielt dann den Auftrag einen wetterfesten Bücherschrank für die Vaihinger zu bauen.

Die Idee:

Ähnlich der Idee zum Bookcrossing entwickelte sich bereits in den 1990er-Jahren der Gedanke, Bücherschränke zu etablieren, die jederzeit und öffentlich zugänglich sein sollten, um den Austausch von Literatur zu unterstützen.[1] Ausgehend von Installationen als künstlerischer Akt (ab 1991 durch das Aktionskünstler-Duo Clegg & Guttmann) wurden Ende der 1990er Jahre erste Bücherschränke zur Nutzung als „kostenlose Freiluft-Bibliothek“ in Darmstadt und Hannover realisiert.[2] Seitdem 2002 eine solche Idee im Rahmen eines Wettbewerbes der Bürgerstiftung Bonn prämiert wurde[3], findet das Konzept zahlreiche Nachahmer.[4] Gefördert und finanziert durch unterschiedliche Träger (Stiftungen, Lions-Clubs, Bürgervereine und ähnliche Organisationen) entstehen seitdem speziell gebaute oder umgestaltete, wetterfeste Bücherschränke. In diese kann jeder Bürger seine Bücher einstellen, um sie anderen Lesern anzubieten. Man darf jederzeit Bücher entnehmen und diese zum Lesen mitnehmen; ob man sie zurückbringt, behält, tauscht oder nicht, entscheidet jeder Nutzer selbst.

Die Erstbestückung des Vaihinger Bücherschrankes wurde am Freitag auch gleich weidlich genutzt. Einige Leserratten der Stadt haben sich von ihrem Schätzen getrennt und freuen sich nun darüber, dass ihre Bücher andere begeistern. Der VAI hofft, dass der offene Bücherschrank zur einer Attraktion am Markplatz wird und ist sich sicher, dass ein reger Bücher- und Gedankenaustausch nicht nur zu Zeiten des Vaihinger Strandlebens stattfindet. Besonders freuen würden sich die Initiatoren, wenn sich einige Bürger und Bürgerinnen finden würden, die als sogenannte Bücherschrankpaten sich gelegentlich nach dem Schrank und seinem Inhalt schauen würden.

Übrigens – auch die VKZ werden uns insofern an der Idee des offenen Bücherschrankes beteiligen, als sie jeden Tag zwei Tageszeitung zur Verfügung stellt, die am Bücherschrank gemütlich gelesen werden können.

Und, wer die Ideen des Vaihinger Innenstadtvereins gut findet, kann durch aktive und passive Mitgliedschaft dazu beitragen. Mitgliedanträge und die Kontoverbindung für Spenden liegen im Schrank aus.

Was ist Twitter? Jedenfalls kein Social Network!

Posted by Oliver Gassner • Sunday, August 2. 2009
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simplekaywa Hat ein paar Twitterdefinitionen zusammengestellt und ist der Ansicht, dass Twitter durchaus ein Social Network sei.

Mein (hier leicht edierter) Kommentar dazu:

Hm, dann ist die Menge der leute, die n Blog RSS lesen und die Menge der leute, die ich per RSS lese auch ein SociaNetwork?

Social Networks bilden (Kommunkations-)Beziehungen ab, Welche Soziale(!) Bindung habe ich an Spiegel_Eil oder CNNBreaking News? Ich habe die Tweets der Tower Bridge abonniert, welche soziale Beziehung bildet das ab?

Welche Soziale Beziehung hat Barack Obama zu mir, immerhin hat er meine Tweets abonniert und ich seine.

Welche soziale Beziehung hat der Scobleizer zu seinen zig tausend Followern - denen er auch folgt?

Kommunikationsströme sind noch keine sozialen Beziehungen. sicher kann ich nur leuten folge, die ich auch kenne und nur Leute als Follower zulassen, die ich kenne. Dann BENUTZE ich Twitter als SN. Und das ist ja das Coole an twitter: ich kann es nutzen um über RFID meine Katzen zu überwachen, oder als Feedreader, Oder als Chat, oder oder oder als SN. Aber es IST weder ein RSSreader noch ein Katzenüberwachungstool noch ein SN.

Es ist an sich nicht viel mehr als ein Protokoll mit einer Minimalplattform außenrum. der rest ist der Kreativität der benutzenden überlassen - und das macht genau den Reiz von Twitter aus.

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