Loveparade aus erster Hand, Entnetzwerken und Bilder von Steißlingen - links for 2010-07-28

Posted by Oliver Gassner • Wednesday, July 28. 2010
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Individualität und das Kollektiv im Social Web

Posted by Oliver Gassner • Monday, March 8. 2010
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In seinem Aufsatz zu Enterprise 2.0 in "Die Kunst Loszulassen" definiert David Weinberger das Web 2.0 grob als die Kombination von Interoperabilität der Applikationen (durch APIs, XML/RPC und RSS etc.) und User Generated Content. Also: Mitmachweb und Mashups.

Dies ist eine Kombination aus zwei Komponenten, die immer wieder unter verschiedenen Aspekten die Diskussion um das Social Web begleiten: Datenschutz, Crowdsourcing, Wisdom of Crowds, Power Law, A-Blogger, Citizen Journalism, Long Tail, Aggregation, DRM vs. Open Source/CC - hier wird immer wieder zwischen den Interessen und Leistungen des Individuums und den Interessen von Staat, Firmen/Wirtschaft und 'dem Kollekiv', der Gesellschaft abgewogen.

Grund genug, sich (wiederum eher essaysitische denn vollständige) Gedanken zu diesem Begriffspaar zu machen. Auch hier gilt wie bei früheren Artikeln: An sich wär das ein Thema für eine ganze Buchreihe.

Das Individuum im Netz

"Personal Publishing" das war eine Zeit lang das Stichwort, unter dem sich Kommunikate wie Hompages, Weblogs, Podcasts, Online-Video und ähnliche Phänomene subsumieren ließen. So wie die Druckerpresse, das Hektographiergerät oder der Fotokopierer ermöglichte die neue digitale Netztechnologie eine neue Form des Publizierens und lässt erneut die Kosten einer Publikation schrumpfen.

Plötzlich 'lohnt es' auch Nischenmärkte zu bedienen, denn es kostet fast gar nichts mehr, einen Text oder ein Video zu produzieren, zu verbreiten oder vorzuhalten. Damit rücken die Themen auch näher an die Menschen: Mehr von dem, was nur einige interessiert ist im vergoogelten Netz auch auffindbar. Dass sich nicht alle diese persönlichen Interessen mit Gesetzbüchern oder Moralvorstellungen und der politischen Agenda in Passung zu bringen sind, enerviert dann wieder Politik und Gesellschaft.

Dass hier - wie auch bei frühen Druckerzeugnissen - die Individuen zu ihrem Schutz nicht selten unter Pseudonym auftreten, verwundert nicht. Offenbar vertragen sich Alltagsrolle und Rolle des "Digital Pionieer", des "Explorierenden in neuen Räumen" sozial zunächst nicht miteinander. Andeerseits zeigen sich in Netzen wie XING, Facebook und "Wer kennt Wen", dass das keien notwendige Bedingung des digitalen Engagements ist und dass eine Koppelung von Netzwelt und realem Umfeld fortschreitet.

Übergänge zur Gruppe
Für das Individuum und seine meist ja legalen Bedürfnisse allerdings ist das Netz der Rau, Gleichgesinnte zu finden und von Gleichgesinnten gefunden zu werden. Es entsteht ein zunächst kleiner aber wachsender Raum für Austausch, Diskussion, Information und Kreativität.

Spätestens wenn nicht nur die Interessen von Individuen sich vernetzt digital zeigen, sondern auch ihre Beziehungen, wird das Netz zu einem 'Medium' auch für das "Soziale an sich": Partnersuche, gemeinsame Aktivitäten, politisches und bürgerschaftliches Engagement. Das Digitale schwappt ins Reale über, das scheinbar der Realität entfremdete wird plötzlich sehr greifbar.

So wie die Druckerpresse final zum Abstieg von Kirche und Adel als Herrschende geführt hat, wird auch der digitale Raum und seien Dialoge langfristig den Individuen die Möglichkeit geben, die Welt, in der sie leben, stärker zu formen.

Das Netz begann früh, interaktive Gruppenbildung zu fördern: Durch Mailinglisten, Usenet, IRC und MUDs. Das waren zu Frühzeiten des Netzes bereits digitale Räume, in der es nicht nur um Distribuierung von Rechenzeit (das war der erste Einsatzzweck des ARPANET) sondern primär der Interaktion zwischen Individuen in der Gruppe gewidmet waren. (Man lese dazu auch "Where wizards stay up late", eine sehr instruktive Geschichte des 'frühen Internet'. Link siehe unten...)

Das Netz der Gruppen

Neben dem User Generated Content (UGC) führt Weinberger als zweite Komponente des Web 2.0 auf, dass Applikationen interagieren können. Das wirkt relativ abstrakt, aber man kann sich ansehen, was durch sich massierenden UGC entsteht:

* bei Flickr enstehen riesige Archive von verschlagworteten Fotos - keine Geschichtsepoche wird so lückenlos in Wort, Bild und Ton dokumentiert sein, wie unsere (Fotos gab es schon früher, aber sie verschwinden, weil sie 'real' waren. Tn und Filmdokumente zerfallen. Der Archivierung des Digitalen widmen sich inzwischen auch global die nationalen Archive der Länder.)
* die Blogosphäre erzeugt ein gigantisches Netz gegenseitiger Verlinkungen, auf das Google weider seinen Ranking-Algorithmus anwendet und Relevantes von Irrelevantem scheidet
* bei delicious.com ensteht ein gigantisches Netz verschlagworteter Links
* Wikipedia erzeugt im Spannungsfeld von rigiden Regularien und kreativem persönlichem Einsatz vieler eine umfassendes Nachschlagewerk
* Firmen lagern Kreativprozesse oder Forschung aus und importieren so ständig neustes -und telweise bereits anderswo vorhandenes- Know-how
* Webseitenbetreiber wie Amazon oder XING analysieren das Verhalten ihrer User und optimieren ständig ihre Angebote

So wird ganz konkret täglich Wert erzeugt, mal im Dialog, mach durch technische Umformung dessen, was Einzelne "im Schwam tun."

Die These, dass hier ein 'neuer Maoismus' drohe (Lanier) scheint mir eher eine elegante Selbstverkaufsmasche,denn ein sinnvoll stützbares Argument: Es fehlt sowohl die quasireligiöse Zentralinstanz als auch die Gewalt, mit der eine Gleichschaltung stattzufinden hätte.

Was sich an 'Macht' in solchen Kollektiven bildet, scheint eher anthropologischen Konstanten geschuldet denn Verschwörungen der Wenigen. (Clay Shirky, Power Laws)

Dass solche Kollektive oder Schwärme auch politische Relevanz haben, hat man bei den Petitionen zu bedingungslosem Grundeinkommen und Netzsperren gesehen. Ob eine vermehrte Diskussion den BGE oder das Einknicken auch der SPD bei den Netzsperren nun auf den 'Druck der Drähte' zurückzuführen war oder von Beginn an bloße Wahlkampftaktik, wird wohl offen blieben müssen.
Gelegentlich geraten solche Aktionen außer Kontrolle - wie ein Flashmob auf Sylt - oder kollidieren mit gesetzlichen Regelungen - wie die ursprünglich als Kunstaktion intendierten Flashmobs als Streikform im Arbeitskampf.

Fakt ist, dass sich das Netz als politischer Raum etabliert und mehr Themen aufgreift als nur Netzpolitik im engeren Sinne.

Aus den digitalen Kollektiven werden gesellschaftlich relevante Gesprächspartner, der digitale Raum wird zu einem der Räume, in denen politischer und gesellschaftlicher Diskurs stattfindet.
Dass das neue Medium als Sündenbock herhalten muss, wenn es die Gewalt und das Verbrechen, die in der Gesellschaft existieren, ebenfalls enthält und widerspiegelt das ist eher ein Teil des altbekannten Diskurses 'neues Medium' der seit Sokrates/Platon in immer neuen Varianten durchgespielt wird, als ein Verteidigungsreflex der etablierten Strukturen. [Dieser Satz ist waffenscheinpflichtig, kann den mal jemand umbauen? Danke ;) - OG]

Auf den Einwand der Marginalität von digitalen Räumen habe ich kürzlich bei Google Buzz geschrieben: "Wenn man mit dem Netz die Welt nicht retten kann, dann ist es mir egal."

Zusammen mit einigen Visionären der frühen Netzwelt glaube ich wirklich, dass wenn dieser Planet eine Chance hat ein paar seiner Probleme mindestens einzurenken, dann durch globale, digital vernetze Kreativität von Individuen und Gruppen.

Um nichts weniger geht es hier.

***
Erwähnte Bücher:;


Exciting Commerce: Unwort des Jahres: Social Media

Posted by Oliver Gassner • Sunday, November 29. 2009
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Social Networks verändern die (Medien-)Welt. Doch indem der Netzwerk-Begriff durch den zwar sehr griffigen, aber in diesem Zusammenhang komplett unsinnigen Medienbegriff ersetzt wird, möchte uns die Medien-, PR- und Marketingindustrie vorgaukeln, dass man im Netzwerkkontext mit der klassischen Mediendenke (= Aufbau und Monetarisierung von Reichweite) weiterkäme.

Nichts widerspräche dem Netzwerkgedanken mehr, wie wir spätestens seit dem Cluetrain-Manifest wissen sollten. Netzwerke sind keine Fortführung, sondern eine Alternative zu traditionellen Medienstrukturen.


Exciting Commerce: Unwort des Jahres: Social Media

Obiges ist der Grund, warum ich bevorzugt weder von Web 2.0 noch von SM rede sondern vom 'Social Web'.

SM sehe ich in der tat wie Kommentator q-Bee:

Social Media steht ursprünglich nicht für Social Networks, sondern für Sites, auf denen Nutzer primär eigene Inhalte produzieren, also besonders Blogs und Sites à la Flickr und YouTube.
Der Begriff ist eher politisch zu verstehen, da es quasi um die "Vergesellschaftung" von vormals zentral kontrollierten Massenmedien geht.


Insofern ist es an uns, die Dinge so zu nennen, wie sie sich verhalten.
Jede 'Komponente' des SW hat seinen eigenen Namen (und seine eigene Logik und Kultur) und idR ist wenig gewonnen, wenn man FB und delicious in eine Tonne wirft.

Wenn mein Fieber abgeklungen ist, mach ich mir gern nochmal dezidiertere Gedanke dazu und freue mich vorab schon auf Feedback in den Kommentaren.

Thomas Knüwer beim #cch09 über sterbende Medien

Posted by Oliver Gassner • Thursday, November 26. 2009
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(Zitate lediglich sinngemäß)


Thomas Knüwer - Gründer - Beratung/Consulting

Prognose: Anfang 2011-Ende 2010 werden Zeitungen in D zwar nicht sterben aber übernommen werden.

Warum sollte uns das interessieren? Schließlich haben wir Marktwirtschaft.
Wegen Schumpeter und schöpferischer Zerstörung.

Aber. Damit verschwindet auch der Journalismus. Und das wäre ein Problem, weil Blogs ihn noch nicht ersetzen können.

Manche VERLAGE WARCEH§N 12-15%; ANDERE VERLAGE BLUTEN:

WIE IST ES DAZU GEKOMMEN?

1999.
'Da waren wir alle 'Naturbekokst.'

dann 2001: Abgabg

Dann 2004: alles ging wieder aufwärts. (flickr, blogger, openbc etc.)
verlage nach außen: Uns geht's noch schlecht, wird schon wieder.
verlage nach innen: Krise hört nicht auf.
-> Leute unzufrieden

-> Newsrooms 'Vogelstange' nicht hilfreich wenn es um Kreativität und Innovation geht.

Neuer Journalismus: Wikipedia-copy/paste
Leser: merken das und wandern ab

usa: 1998-2008: 10% auflagenminus
D: 20 % Abschwung

Journalisten als Nörgelerein: Das Interet nimmt uns das Geld weg, Fortschrittsfeindlichkeit.

Journalist = konservativer Berufszyniker
Journalist = Böse

-> Zynismus nach unten -> Internetidioten "Die Neuen Idiotae" (SZ 7.12.2007

Kluft zwischen Journalisten und realer Welt,
Das geht so lange gut, wie die Kunden Anzeigen schalten.

Gratiskultur: Teuer incentivierte Abos.

-> Journalisten greifen zur Lüge.
Z.B. Lüge vom Leistungsschutz (es gibt keine Belege für massiven Textklau)

Thema Google.
Man findet dort nur Ausschnitte, gedeckt durch das Zitatrecht (nur so kann ich Fehler in der Presse nachweisen.)

Thema staatsunterstützung:
Man kann regierungskritik nur üben, wenn man unabh. ist

Lösung:
(wie nach dem WWII:) Unternemertum und neue Wege gehen.


Seit 20 Jahren ist die erste Innovation der Ganzseitenumbruch am Bildschirm.
Das muss sich ändern.

Der ganze produktionsablauf ist auf das eErstellen einer 'fertigen Zeitungabgestellt.
Lösung: Den Journalisten Freiheit geben und einen Inhaktestrom der experten erzeugen.
Dann filtern das die Redakteure und passen es ihrem kanal an.

Die Zeitung braucht Experten.

(...)

Die Zeitungen senken die Qualität ihre Produkte und erhöht ihre Preise.
Die Kunden merken das.
Und weichen aus.
Und gucken "Heroes" nicht auf RTL2 sondern via streaming.

Warum kommen iPhonepass ncht von (Reisebuch)Verlagen?
Zeitungen machen 08/15 iPhoneapps für 7500 Euro,w eil sie ale vom selben dienstleister kommen. sogar dei Logos sehen uniform aus.

Haltung von Verlagen zum web: Schreien und Stockstarre.
die 2012-weltuntergangsprognose wird sich wohl eher auf die Zeitungen beziehen.

Jetzt Fragerude (die lass ich aus.)

Impressionen aus der Bloggerlounge der discuss & discover

Posted by Oliver Gassner • Friday, October 23. 2009
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Den Dankesworten beim DampfLog kann ich mich nur anschließen.
Hier ein paar Impressionen aus der Bloggerlounge (u.a. mit dem Beleg dafür, warum mich die Dame des Hauses jetzt auf kohlehydratarme Ernährung umstellt *g*).

Die Lounge war dieses Jahr wirklich eine solche und obwohl wir unseren Betreuer vom letzen Jahr vermisst haben, gab es diesmal ein erstklassiges Catering. Und die Zahl der Blogger auf der D&D war identisch mit der in der Lounge, ich glaube es haben wirklich alle mal vorbeigeschaut ;).

Das Konzept der Lounge als Begegnungsort zwischen Bloggern, Journalisten und Experten aus dem Vortragsprogramm ist sicher eines, das anderen Messen zur Nachahmung empfohlen ist.
Denkbar wäre wahrscheinlich auch ein ergänzendes Programm aus 'Birds of a Feather'-Sessions mit 'campigerem' Charakter, wie man es von O'Reilly-Events kennt. (Diese BOAF-Sessions waren der Kern dessen was dann FOOcamp hieß und jetzt Barcamp heißt.)

***Disclosure: Ich war dieses Jahr in der Lounge gegen Honorar an der Moderation dreier Meet The Expert-Sessions beteiligt und von Vibrio gebucht.

Introducing Raindrop: Mozillas Antwort auf Wave

Posted by Oliver Gassner • Friday, October 23. 2009
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Ich guck grad das Video:

Raindrop UX Design and Demo from Mozilla Messaging on Vimeo.





Mozilla Labs � Raindrop � Blog Archive � Introducing Raindrop

Marissa Mayer: Social Search bei Google

Posted by Oliver Gassner • Friday, October 23. 2009
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LeserInnen deises Blogs wissen, dass ich schon seit Jahren sage: Wer Social Search macht (also: Search entlang des Social Graph), der kann Google Paroli bieten.
Jetzt macht es halt Google selbst:



YouTube - Web 2.0 Summit 09: Marissa Mayer

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    oliver about Umzugsstationen
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