Gratis Android E-Book, Twitter2Delicious, Journalismus goes 2.0, Buzz2Twitter - links for 2010-03-09

Posted by Oliver Gassner • Tuesday, March 9. 2010

Individualität und das Kollektiv im Social Web

Posted by Oliver Gassner • Monday, March 8. 2010
In seinem Aufsatz zu Enterprise 2.0 in "Die Kunst Loszulassen" definiert David Weinberger das Web 2.0 grob als die Kombination von Interoperabilität der Applikationen (durch APIs, XML/RPC und RSS etc.) und User Generated Content. Also: Mitmachweb und Mashups.

Dies ist eine Kombination aus zwei Komponenten, die immer wieder unter verschiedenen Aspekten die Diskussion um das Social Web begleiten: Datenschutz, Crowdsourcing, Wisdom of Crowds, Power Law, A-Blogger, Citizen Journalism, Long Tail, Aggregation, DRM vs. Open Source/CC - hier wird immer wieder zwischen den Interessen und Leistungen des Individuums und den Interessen von Staat, Firmen/Wirtschaft und 'dem Kollekiv', der Gesellschaft abgewogen.

Grund genug, sich (wiederum eher essaysitische denn vollständige) Gedanken zu diesem Begriffspaar zu machen. Auch hier gilt wie bei früheren Artikeln: An sich wär das ein Thema für eine ganze Buchreihe.

Das Individuum im Netz

"Personal Publishing" das war eine Zeit lang das Stichwort, unter dem sich Kommunikate wie Hompages, Weblogs, Podcasts, Online-Video und ähnliche Phänomene subsumieren ließen. So wie die Druckerpresse, das Hektographiergerät oder der Fotokopierer ermöglichte die neue digitale Netztechnologie eine neue Form des Publizierens und lässt erneut die Kosten einer Publikation schrumpfen.

Plötzlich 'lohnt es' auch Nischenmärkte zu bedienen, denn es kostet fast gar nichts mehr, einen Text oder ein Video zu produzieren, zu verbreiten oder vorzuhalten. Damit rücken die Themen auch näher an die Menschen: Mehr von dem, was nur einige interessiert ist im vergoogelten Netz auch auffindbar. Dass sich nicht alle diese persönlichen Interessen mit Gesetzbüchern oder Moralvorstellungen und der politischen Agenda in Passung zu bringen sind, enerviert dann wieder Politik und Gesellschaft.

Dass hier - wie auch bei frühen Druckerzeugnissen - die Individuen zu ihrem Schutz nicht selten unter Pseudonym auftreten, verwundert nicht. Offenbar vertragen sich Alltagsrolle und Rolle des "Digital Pionieer", des "Explorierenden in neuen Räumen" sozial zunächst nicht miteinander. Andeerseits zeigen sich in Netzen wie XING, Facebook und "Wer kennt Wen", dass das keien notwendige Bedingung des digitalen Engagements ist und dass eine Koppelung von Netzwelt und realem Umfeld fortschreitet.

Übergänge zur Gruppe
Für das Individuum und seine meist ja legalen Bedürfnisse allerdings ist das Netz der Rau, Gleichgesinnte zu finden und von Gleichgesinnten gefunden zu werden. Es entsteht ein zunächst kleiner aber wachsender Raum für Austausch, Diskussion, Information und Kreativität.

Spätestens wenn nicht nur die Interessen von Individuen sich vernetzt digital zeigen, sondern auch ihre Beziehungen, wird das Netz zu einem 'Medium' auch für das "Soziale an sich": Partnersuche, gemeinsame Aktivitäten, politisches und bürgerschaftliches Engagement. Das Digitale schwappt ins Reale über, das scheinbar der Realität entfremdete wird plötzlich sehr greifbar.

So wie die Druckerpresse final zum Abstieg von Kirche und Adel als Herrschende geführt hat, wird auch der digitale Raum und seien Dialoge langfristig den Individuen die Möglichkeit geben, die Welt, in der sie leben, stärker zu formen.

Das Netz begann früh, interaktive Gruppenbildung zu fördern: Durch Mailinglisten, Usenet, IRC und MUDs. Das waren zu Frühzeiten des Netzes bereits digitale Räume, in der es nicht nur um Distribuierung von Rechenzeit (das war der erste Einsatzzweck des ARPANET) sondern primär der Interaktion zwischen Individuen in der Gruppe gewidmet waren. (Man lese dazu auch "Where wizards stay up late", eine sehr instruktive Geschichte des 'frühen Internet'. Link siehe unten...)

Das Netz der Gruppen

Neben dem User Generated Content (UGC) führt Weinberger als zweite Komponente des Web 2.0 auf, dass Applikationen interagieren können. Das wirkt relativ abstrakt, aber man kann sich ansehen, was durch sich massierenden UGC entsteht:

* bei Flickr enstehen riesige Archive von verschlagworteten Fotos - keine Geschichtsepoche wird so lückenlos in Wort, Bild und Ton dokumentiert sein, wie unsere (Fotos gab es schon früher, aber sie verschwinden, weil sie 'real' waren. Tn und Filmdokumente zerfallen. Der Archivierung des Digitalen widmen sich inzwischen auch global die nationalen Archive der Länder.)
* die Blogosphäre erzeugt ein gigantisches Netz gegenseitiger Verlinkungen, auf das Google weider seinen Ranking-Algorithmus anwendet und Relevantes von Irrelevantem scheidet
* bei delicious.com ensteht ein gigantisches Netz verschlagworteter Links
* Wikipedia erzeugt im Spannungsfeld von rigiden Regularien und kreativem persönlichem Einsatz vieler eine umfassendes Nachschlagewerk
* Firmen lagern Kreativprozesse oder Forschung aus und importieren so ständig neustes -und telweise bereits anderswo vorhandenes- Know-how
* Webseitenbetreiber wie Amazon oder XING analysieren das Verhalten ihrer User und optimieren ständig ihre Angebote

So wird ganz konkret täglich Wert erzeugt, mal im Dialog, mach durch technische Umformung dessen, was Einzelne "im Schwam tun."

Die These, dass hier ein 'neuer Maoismus' drohe (Lanier) scheint mir eher eine elegante Selbstverkaufsmasche,denn ein sinnvoll stützbares Argument: Es fehlt sowohl die quasireligiöse Zentralinstanz als auch die Gewalt, mit der eine Gleichschaltung stattzufinden hätte.

Was sich an 'Macht' in solchen Kollektiven bildet, scheint eher anthropologischen Konstanten geschuldet denn Verschwörungen der Wenigen. (Clay Shirky, Power Laws)

Dass solche Kollektive oder Schwärme auch politische Relevanz haben, hat man bei den Petitionen zu bedingungslosem Grundeinkommen und Netzsperren gesehen. Ob eine vermehrte Diskussion den BGE oder das Einknicken auch der SPD bei den Netzsperren nun auf den 'Druck der Drähte' zurückzuführen war oder von Beginn an bloße Wahlkampftaktik, wird wohl offen blieben müssen.
Gelegentlich geraten solche Aktionen außer Kontrolle - wie ein Flashmob auf Sylt - oder kollidieren mit gesetzlichen Regelungen - wie die ursprünglich als Kunstaktion intendierten Flashmobs als Streikform im Arbeitskampf.

Fakt ist, dass sich das Netz als politischer Raum etabliert und mehr Themen aufgreift als nur Netzpolitik im engeren Sinne.

Aus den digitalen Kollektiven werden gesellschaftlich relevante Gesprächspartner, der digitale Raum wird zu einem der Räume, in denen politischer und gesellschaftlicher Diskurs stattfindet.
Dass das neue Medium als Sündenbock herhalten muss, wenn es die Gewalt und das Verbrechen, die in der Gesellschaft existieren, ebenfalls enthält und widerspiegelt das ist eher ein Teil des altbekannten Diskurses 'neues Medium' der seit Sokrates/Platon in immer neuen Varianten durchgespielt wird, als ein Verteidigungsreflex der etablierten Strukturen. [Dieser Satz ist waffenscheinpflichtig, kann den mal jemand umbauen? Danke ;) - OG]

Auf den Einwand der Marginalität von digitalen Räumen habe ich kürzlich bei Google Buzz geschrieben: "Wenn man mit dem Netz die Welt nicht retten kann, dann ist es mir egal."

Zusammen mit einigen Visionären der frühen Netzwelt glaube ich wirklich, dass wenn dieser Planet eine Chance hat ein paar seiner Probleme mindestens einzurenken, dann durch globale, digital vernetze Kreativität von Individuen und Gruppen.

Um nichts weniger geht es hier.

***
Erwähnte Bücher:;


Social Media, Social Networking und Social Web: Annäherung an eine Definition

Posted by Oliver Gassner • Monday, March 1. 2010
Nach 'einteilung social media' hat gerade jemand gegoogelt und ist hier gelandet.
Ein willkommener Anlass mal aufzudröseln, wie ich das unterteilen würde.
(Ich spare mir mal den Blick zur Wikipedia, da ist das sicher schön aufgeschlüsselt, aber ich habe ohnehin ein Problem mit der allseitigen Verwendung der Begrifflichkeiten.)

Zuerst die veralteten Begriffe oder die, die nichts Rechtes bedeuten.

Social Software nannte man es anfangs und die Grobdefinition 'Software, die drei Personen anders behandelt als zwei' ist schön abstrakt und gilt für eine ganze Reihe Software, die auf Desktops in Netzen oder eben im Internet herumschwirrt. Nach dieser Definition fallen auch Mailinglisten oder Foren fast schon darunter, was nicht ganz unerwünscht ist.

Web 2.0 ist ein Begriff, den Tim O'Reilly nur ungenügend definiert hat - wie ich an anderer setelle belegt habe ist es GAR kein Begriff, der irgend etwas Bestimmtes bezeichnen würde, zumindest nicht so, wie er eingeführt wurde. OReilly hat ihn eher durch eine Art Tag-Wolke beschrieben und mehr als 'irgendwie was Neues im Netz' schien es nicht zu bedeuten. David Weinberger verengte dann den Begriff (Z.B. in seinem Aufsatz in "Die Kunst loszulassen") auf die schöne Kombination aus User Generated Content und Intreroperabilität von Applikationen (durch RSS, APIs etc.). Diese Definition hat den Vorteil, dass man etwas auf den Seziertisch legen kann und eine Checkliste aufmachen kann: Gibt es UGC? Check! Gibt es Interoperabilität mit dem Rest des Netzes (jenseits von Links ;) ). Check! Also isses Web 2.0. Wenn jemand von mir in Zukunft Web 2.0 erklärt haben will, werde ich genau diese Definition verwenden, sie ist transparent und einfach zu checken.
->

Continue reading "Social Media, Social Networking und Social Web: Annäherung an eine Definition"

Selbstmanagement und Being a Social web Ninja: 2 Vorträge von mir bei der AUFSCHWUNG-Messe 17.3.2010, Ffm

Posted by Oliver Gassner • Friday, February 12. 2010
Am 17.3. auf der Aufschwung-Messe in Frankfurt am Main werde ich über 2 Themen referieren
a)
Getting Things Done/Selbstmanagement

Also: Wie können Wissensarbeitende es schaffen in der Flut der Infos und Tasks nicht unterzugehen und wie kriegen sie es hin, auch noch sinnvoll in die Zukunft zu planen ohne im Stress zu verbrennen?
Das geht: in fünf Schritten und mit Blick auf 6 Planungsebenen. (neinm, das multipliziert sich nicht, es addiert sich nur nd ist recht übersichtlich ;) )

und b)
How to be A Social Web Ninja

Twittern, Bloggen, XING, RSS-Feeds, Facebook, Google Dies und Google Das, ehm Buzz, wie soll man das alles unter einen Hut kriegen? Und wie kriegt man in 5 Minuten seine Inbox mit 50 Mails leer?

Das geht, wie zeige ich eine Stunde lang am Abend auf der Aufschwung ;)

Wer mich kennt oder kennenlernen will und zur Aufschwung möchte: ich hab Gratistickets, bitte via Kontaktformular hier im Blog anfordern (dann bitte auch die Handynummer, damit wir uns verabreden können) oder Kommenrtieren und da die Mailadresse angeben.

Message per XING und Twitter geht auch (FB ist nicht so gut da kommt zu viel ;) ).

Was es da sonst noch gibt: Vortragsübersicht - AUFSCHWUNG-Messe

PS: Zu obigen Themen mach ich natürlich auch In-House-Seminare, wenn es gewünscht wird und betreue Firmen, die GTD etc. einführen wollen natürlich auch gern direkt.

Event: Work 2.0 - Workshop und World Café - 13.01.2010

Posted by Oliver Gassner • Saturday, January 9. 2010
I. How to be a Social Web Ninja? Session 30-45 min zur Einstimmung (OG)

II. World Café zu folgenden Themen: Selbstmanagement, Ninja, Blogs und Teilnehmervorschlägen (Mod: Ralf Lippold)

III. Tweet-Schreibworkshop, Analyse der Twitter-Streams von den Teilnehmern (OG)

Brain-Frühstück ab 9:00 Uhr (inkl.)

Mittagessen (Selbstkosten)

Teilnehmerkosten: offen, fester zweistelliger Betrag im untersten Bereich Betrag bzw. wieviel es einem wert ist!

Räumlichkeiten: LockOffice bzw. noch offen
Anmeldung via:

Event: Work 2.0 - 13.01.2010 - Events | XING

Und in der Mitte steht ein Blog

Posted by Oliver Gassner • Tuesday, December 1. 2009
"In many cases a well-developed blog is the most important aspect of a social media marketing effort. The hub of a brand's social media presence should be their blog since it provides conversational social media content, as well as plenty of opportunities to integrate other social channels." sagt Social Media Exp... Autor Dan Zarella im Interview.

How to Use Social Media

Die Gründe die er nennt, sind stichhaltig, verdienen aber Vertiefung und Erweiterung.

Erst eine Story:
Kürzlich sprach mich eine PR-Frau für einen Verlag via Skype an. Was sie genau wollte, weiß ich nicht genau, jedenfalls bot ich ihr an, ihr beim Thema Blogger-Relations etwas auf die Sprünge zu helfen.Ihre Antwort war (etwas unzusammenhägend): "Wir bloggen auf Twitter und Facebook."
Das war die Stelle, wo ich den Skypechat kommentarlos beendete. sonst hätte ich eventuell unhöflich werden müssen, oder zumindest undiplomatisch.

Warum ist ein Blog zentral und warum kann man bei Twitter und Facebook (oder XING oder sonstwo) nicht bloggen?

Nur auf einem Blog habe ich die Kontrolle über diverseste Faktoren
- Monitoring (Visits, PI, Referrer, Backlinks, Suchkeywords)
- Layout und Zugang (incl Widgets, Integration von Facebook Connect, OpenID etc.)
- Backup (Wer backupt wie seine Facebook-Konversation?)
- Linklove (schon mal versucht, ein google-ranking-relevantes Link von Twitter aus zu legen? Have fun.)
- Integration von Video und Audio mit Javascript-Player (Ja, wenn alle User Powertwitter installiert haben ....)
- Podcasting via RSS-Attachment
- Komplette Inhaltskontrolle (es wurden schon Twitteraccounts über Nacht geschlossen...)
- Komplette Kontrolle über Spam und Kommentarmoderation
- Komplette Kontrolle über ggf. selketive Googleindizierung (was Wenn sie einer wegen nem Tweet abmahnt? Einen Blogbeitrag kann ich auf der eigenen Domain aus dem Google-Cache wieder entfernen lassen. Der gelöschte Tweet verschwindet NICHT mal in der Twittersuche.)

Die Liste ließe sich fortsetzen.

Selbst bei den meisten der mir bekannten gehosteten Blogdiensten kann man jederzeit auf den Exportknopf drücken und seine Inhalte samt Kommentaren auf eine Nachbarplattform oder das selbstgehostete Blog umziehen.

Wo bitte exportiere ich meine Tweets und mine Facebookdialoge?

Kürzlich verwies mich jemand in einer Mail auf einen seiner Blogbeiträge, aus dem Jahr 2003.
Findet jemand meinen 10. Tweet aus dem Dezember 2006?
Und warum nicht? Was ich da gebloggt habe, ist wunderschön zugänglich.

Sowohl für private als auch für geschäftliche Zwecke führt an einem Blog als Zentrale für Gespräch kein Weg vorbei. Das wäre, als hätte man als Firma nur Zettelverteiler auf der Straße aber kein Büro, keinen Laden.
Wo soll man denn diskutieren, wenn auf Twitter der Platz nicht reicht? Was ist mit den 1 Woche alten Gesprächen auf Facebook? Wie kommt man an die komfortabel dran? Laufen sie überhaupt so lange? Findet man sie noch?

Beim Aufstieg der Wikipedia und von Youtube haben Blogs einen zentrale Rolle gespielt (ich erinnere mich noch an das Linkspiel, so lange die Wikipediaseite zur NPD zu verlinken, bis sie vor der Page der Partei bei Google stand). sie werden auch bei weiteren entwicklungen im Social Web die Speerspitze bilden.

Microblogging und leichtgewichtige Blogapplikationen wie Posterous, Tumblr und Soup.io sind sympathisch und senken den Aufwand, den man treiben muss, um 'ins Internet zu schreiben'. Dass man bei facebook alle Kontakte bereits als Zuhörer hat und sie nicht erst ein Blog abonnieren müssen, ist auch prima. (Friendfeed? Hat jemand Friendfeed gesagt?)

These zudem: Je einfacher das Publizieren ist, desto eher lässt man einen Kanal auch verkommen. war ja keine Arbeit. Bloggen ist einfach, aber nicht zu einfach. Und es ist ein digitales Zuhause.

Ernsthafte Gespräche und Lernerfahrungen finden auf jenen Plattformen, soweit ich weiß, nicht statt.
Ich hab es probiert (Ich hatte auch im Bitnet Relay Chat 1988 schon Diskussionskanäle über den Sinn des Lebens), es geht, aber es ist recht mühsam.

Noch eine Story zum Abschluss.

Der sehr geschätzste Stowe Boyd hielt beim ConventionCamp 2009 ein Plädoyer für das Streaming (meinend Tumbl etc. Nicht Video.) als die Zukunft des Onlinedingsbums, Er schlug vor , ein rotokoll zu entwickeln, das Stremingdienste zueinander kompatibel macht (Super Idee, aber Blogs sind das schon via Trackback). Und dazu... schrieb er dann einen Blogartikel, erklärte er. Bingo.

Für Diskurs und auch morgen noch zugängliche Erfahrungsprotokolle, für länger andauernde Gespräche im Netz gibt es 2010 und danach nur ein Medium: Blogs.

***
Updated.

Dies ist ein Beitrag zum Blogadventskalender

Warum 'Web 2.0' ein doofer Begriff ist

Posted by Oliver Gassner • Tuesday, December 1. 2009
Diese Präsentation ist vom Sommer 2006 (für den Webmontag Karlsruhe) und an sich hat sich da wenig geändert:

Warum 'Web 2.0' ein doofer Begriff ist.

(Das ist übrigens html+javascript +css = 5S = Simple Standard Slide Show System und läuft auch nach 3 Jahren noch wie ne eins ;) Man kann's aber schwer nach Slideshare stellen ;) Vielelicht sollte ich das mal als meinen ersten Screencast machen?)

Die Argumentation in groben Zügen:
- Als Beispiele für Web 2.0 verwendet O'Reilly in seinem Artikel eine ganze Reihe Onlinedienste, die NICHTS miteinander gemein haben (außer, dass sie 'anders' sind als alte.)
- Am Ende seines Textes listet er diverse Kriterien auf, dei zu web 2 gehören. DAMIT aber etwas Web2 ist, MUSS es nicht alle oder auch nur bestimmte dieser Kriterien erfüllen. (d.h. keines dieser Kriterien ist hinreichend oder notwendig.)

Begriffe benutzen wir allerdings um gleichartige und somit definierbare Mengen an Dingen zu umfassen. Der Begriff Web 2.0 ist allerdings keiner.


Als Konsequenz reden 2 Leute über Web 2 und der eine meint UGC und der andere AJAX.

FAIL.

Als Ausweg schlage ich in der Präsentation (die übrigens 5 Minuten dauert und 56 Slides hat ;) ) vor, dass man stattdessen einfach das bennent, worüber man reden will: kontextsensitive Werbung, Folksonomy, Tagging, Aggregation, Widgets etcetc. Denn in der regel redet man ja nie über Web2 allgemein (was, wie wir jetzt wissen, ja auch sprachlogisch schon gar nicht geht), sondern immer über einen konkreten Ausschnitt davon.

So wie im Falle des kürzlich hier erwähnten problematischen Begriffs 'Social Media' dient ein solches Plattgeklopfe von Begriffen zwar dem Marketing ("ah ja, das hör ich dauernd, das ist wohl wichtig") aber nicht der Kommunikation und dem verstehenden Gespräch.

Mein eigenes Vorgehen:
Im "Elevatorpitch" (wenn ich kurz erkläre, was ich tue) sag ich eventuell einmal Web 2.0 oder Social Media, bevorzugt aber (wenn aus dem Kontext des Gesprächs klar ist, dass die Leute eh wissen worum es grob geht) nur "Social Web" und rede dann später NUR noch über das was Sache ist, also Weblogs, Podcasts, RSS, Widgets, Social Networks, Facebook, XING etc.

***

Gegen den begriff Web 2.0 ließe sich natürlich noch allerlei mehr einwenden
- keines der Konzepte ist neu
- viele Ideen gehen auf das Vor-web-netz zurück (Usenet)
- man kommt nur in ne blöde Versionsübertrupferei (Web 3 als web 3D oder als Semantic Web), und Web 4?
- Es erzeugt die Irritation es sei eine Softwareversion
- (eure Vorschlag in den Kommentaren)

Oder gibt es jemand der diesen Unbegriff verteidigen will? ;)
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