Enterprise 2.0 SUMMIT: ich bin dabei

Posted by Oliver Gassner • Thursday, November 5. 2009
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Mit einem Fuß schon im Nachtzug nach Hamburg (-> XING-Trainerkonferenz von Fr-So) bleibt noch zu vermerken, dass ich am 11.11. beim e 2.0 Summit in Frankfurt mit dabei bin (am 12. spreche ich leider Selbst auf dem SaaSKon in Stuttgart ;) ):

Enterprise 2.0 SUMMIT: Homepage

Dion Hinchcliffe (neben Andrew McAfee und Don Trapscott einer der drei Paten des Enterprise 2.0-Gedankens) habe ich schon in München sowohl persönlich getroffen als auch live auf der Bühne erlebt.
Und so langsam entsteht der eindruck, dass auch in Deutschland die Kollaborationswelle rollt.

Mein besonderes Interesse gilt hierbei Aspelkten, bei denen nicht nur firmenintern gebloggt, ge-microbloggt oder ge.wikit wird sondern zusammen mit Partnern und Kunden - und inwiefern diese Form der Kollaboration auch eine ist, mit der man politische und gloable Probleme angehen kann.

links for 2008-04-15

Posted by Oliver Gassner • Tuesday, April 15. 2008
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Yesterday's Twits

Posted by Oliver Gassner • Tuesday, April 15. 2008
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  • This Monday starts early. Good morning Twitterland. (USA: IOf you wanna get some beatuty enhancing sleep: High time ;) ) #
  • @fwhamm happy birthday #erster #first #
  • I am missing a slow motion setting in youtube here: tinyurl.com/5wxt8m (read the comments) #
  • welcome to twitterland: @Karrierebibel #disclosure #customer #
  • @miss_z welcome to twitterland #
  • @scobleizer well, there are some wishes one would have abozut follower management in twitter. like a fast way to find the "last page". #
  • "Alert Thingy" is Twhirl for FriedFeed ;) alertthingy.com/ (Adobe AIR) #
  • @lanu twitter.com/lanu/statuses/788655269 hast du mist-verstanden, das ist nur der 'getaggte Kommentar' und das 'herrlich' ist vo ... #
  • @werbeblogger ich hatte heute nacht auch nen massiven Follower-zustrom, seltsam. nix im tv? #
  • bloggers, this is your last warning: www.geekculture.com/joyoftech/joyarchives/1093.html #
  • @lanu Du solltest vielleicht am Montag Twitter auslassen ;) #
  • @denquer ahhh. twitter hatte am wochenende frei? ;) #
  • @lanu Aber nur Montags. OK? (Wobei heute ggf. noch ein Artikelchen kommt, das Dir gefallen könnte.) #
  • @bloggingtom 'Fry My feed. baby' ;) #
  • @lanu wart halt, die anwältin guckt noch drüber. (ich hoff es ist dann noch was übrig. *g*) #
  • @fst if you do not want sb. to follow YOU you have to 'block' them. (lower right of the twitterpage) #
  • @fst if you let sb. follow you when protectet you do not follow them. #
  • wissenschaft meets studivz tinyurl.com/5cx3dv #
  • @josefine fass: tinyurl.com/5cx3dv #
  • studiVZ mahnt studentenAG ab: tinyurl.com/67f93o #
  • angriff af studiVZ aus 2 Richtungen: tinyurl.com/6qu6fd #
  • / werbefernsehen> Mittagessen ,) #
  • @josefine bei fuss (follow me, just follow me) #
  • What do you use the twitter command '--' for? #
  • @sybo I was also theinking of doing an oliverg_noise and add all my other putput ;) #
  • @sybo oops that waas menat to go to @jay16k or someone else #
  • @andreasg das ist der selbe der das twitterprojekt bei der re:publica gemahct hat ;) #
  • free the jefferson 1: jdtalley.tumblr.com/post/31619674 #
  • @chrispirillo you are this vlogging livecasting podcasting blogging guy from the US who has ads for GoDaddy in his Podacsts. #
  • @chrispirillo you podcast from conferneces and are sponsored for that and you do gnomedex. And you wife is ehm, cool ;) (and following m ... #
  • @chrispirillo and as we are in germany here: good nite. #
twitter.com/oliverg

Twitblogging via LoudTwitter

Teil III: Prof. Hendrik Speck - Soziotechnischer Angriff auf die "walled gardens" der Social Networks

Posted by Oliver Gassner • Monday, April 14. 2008
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Prof. Hendrik Speck - University of Applied Sciences Kaiserslautern
Teil I: Proletarisierung und biologisches Verfalldatum von StudiVZ.

Teil II: Imbalance von Rechten und Pflichen und die StudiVZ-Abmahnung

Teil III (und Schluss): Prof. Hendrik Speck - Soziotechnischer Angriff auf die "walled gardens" der Social Networks

Oliver Gassner: *g* Aber wenn ich das, was du mir bei unserer letzten Begegenung, als wir uns zufällig im Zug gegenübersaßen, erzählt hast, recht verstehe, habt ihr mehr vor als den zukünftigen werdegang von StudiVZ zu "begleiten". Kannst du dazu näheres erklären?

   Hendrik Speck: grundsaetzlich haben wir hier die situation, dass eines wesentliches massenmedien komplett in privater hand liegt, ohne flankierend von entsprechenden medienkommissionen oder beiräten begleitet zu werden, die sowohl inhaltlich als auch gesellschaftlich für eine entsprechende respektierung entsprechende werte und normen sorgen koennten... saemtliche anderen kanaele, radio, fernsehen, publizistik haben derartige kontrollmedien, die eine gesellschaftliche einbettung der medien erlauben, aber auch gleichzeitig den medien verbindliche regulierungen, zusicherungen und schutzraeume im spannungsfeld plattform, gesellschaft und nutzer vorgeben. dies dient auch zum schutz der plattform und zur wahrnehmung ihrer legitimen interessen.


im fall der sozialen netzwerke gilt dies umsomehr, als hier die inhalte praktisch ausschliesslich von den nutzern beigesteuert werden bzw. durch ihre sozialssphaere definiert werden. die problemstellen werden z.b. im ungang mit den teilweise volksverhetzenden, auslaender- oder frauenfeindlichen inhalten deutlich (dies gilt auch fuer andere medien mit nutzergenerierten inhalten), aber auch im fehlverhalten der plattformen, des plattformmangements und den unter umstaenden sittenwidrigen agbs.

Oliver Gassner: Alle anderen Medien haben aber Kanäle und reichweiten. Das Netz ist global. Wo will man so etwas ansiedeln, bei der UNO?

   Hendrik Speck: nein ... es geht hier nicht um zensur sondern um gesellschaftliche einbindung und konsensbildung. strategisch ergeben sich dabei drei moeglichkeiten:

* die grundsaetzliche, schichtenuebergreifende, gesellschaftliche konsensbildung als grundlage fuer medienkompetenz und informationeller selbstbestimmung insbesondere fuer die nutzer, aber auch als ratgeber und begleiter fuer die entsprechenden plattformen. eine diskussion der problematik - durchaus auch in diesem blog, und ein plattformuebergreifender code of ethics mit expliziter beruecksichtigung der nutzerinteressen sind dabei grundvoraussetzung. die oeffentliche meinung - und die oft verwendete assoziation mit dem stasivz (siehe video), verbunden mit einer deutlichen willensbekundung der werbetreibenden, vermoegen wunder bei/oder fuer so manche geschaeftsfuehrung zu bewirken ...

* die gesellschaftliche einbettung der existierenden plattformen durch beiraete, freiwillige kooperation, aber auch falls notwendig - durch entsprechende verweise auf informationsrechtliche grundbeduerfnisse und grundrechte der nutzer z.b. durch die abmahnung der jeweiligen plattformen !!! (welche ironie). und bei aufzeigen von lernresistenz: regulierung. bei den in deutschland (noch) dominierenden portalen handelt es sich (noch) um deutsche kopien - erstaunlich ist eher, dass sie den schutz der privatssphaere noch nicht als wesentliches unterscheidungsmerkmal und wettbewerbsvorteil entdeckt haben.

* die entwicklung entsprechender alternativtechnologien und verfahren, die die privatssphaere der nutzer herstellen und systembedingtes fehlverhalten und versagen weitestgehend eliminieren. ich bin davon ueberzeugt, dass eine dezentrale speicherung, die kombination eines verteilten sozialen graphen, der zugang zu den verschiedenen plattformen bietet (Open Social), der durch mikroformate (OpenID) einfach herzustellen ist und dessen datenebenen und privilegien durch public-key-verfahren (PGP) und trust chains abgesichert sind, einen entsprechenden loesungsansatz darstellt. durch die kontrolle der daten durch den eigentuemer des sozialen graphen - dem nutzer, durch die einfache nutzbarkeit durch mikroformate, durch die sicherheit durch verschluesselung, durch die verringerte anfaelligkeit gegen manipulationen/fakes, und durch die eingebettete authentifizierung und verifizierung lassen sich kompakte, performante, nutzerfreundliche aber auch fuer den mobilen zukunftsmarkt "mitnehmbare" loesungen gestalten.

im fall vom ichwillauchstudierendirectory bin ich jedoch nicht sicher, ob ein derartiger strategiewechsel ohne einen austausch der managementebene um herrn marcus riecke stattfinden kann, insbesondere, wenn die plattform ihre glaubwuerdigkeit zurueckgewinnen moechte.

wir bearbeiten gerade mehrere ansaetze: sowohl die entwicklung entsprechender frameworks, als auch die erarbeitung von gutachten, markteinschätzungen und technikfolgeszenarien fuer entsprechende regulierungsbehörden und juristische auseinandersetzungen.

Oliver Gassner: Auf den Aufmarsch der Juristen gegen StudiVZ und ähnliche 'asymmetisch' gestaltete Angebote, was Rechten und Pflichten angeht, bin ich ja gespannt. Genauso wie auf die durch Nutzer erzwungenen Beiräte - die Investoren werden das lieben ;) . Bis wann aber dürfen wir mit einer BETA eines verteilten und PGP-gesicherten Social Networks rechnen - und gibt es schon einen Namen für das 'Kind'?

   Hendrik Speck: auch andere forschungsgruppen arbeiten seit geraumer zeit an diesen loesungen, weder die verschluesselungsalgorithmen, noch das user managment, noch die vernetzung der entsprechenden nutzerdaten durch microformate selbst sind besonders neu - im gegenteil, entsprechende technologien sind in anderen bereichen laengst teil der zugehoerigen standards. vergleichbar mit den streitigkeiten und auseinandersetzungen um die messenger formate vor einigen jahren ist davon auszugehen, dass die akademische und die open source community das groessere innovationspotential und die im vergleich zu den proprietaeren plattformen hoehere evolutionsgeschwindigkeit aufweisen werden.


   Hendrik Speck:das Open Source Decentralized Social Network unserer studentischen forschungsgruppe hoert momentan noch auf den code namen HelloWorld - unsere bearbeitungszyklen bewegen sich durch die einbettung in den hochschulbetrieb in semestern sowie praxis/diplom/bzw. masterarbeiten- ich gehe davon aus, dass die studentengruppen bis zum ende des sommersemesters wesentliche grundfunktionen bei sourceforge implementiert haben werden - wie unsere bisherigen projekte als open source software loesung. andere interessierte parteien sind dabei recht herzlich eingeladen.

es steht zu weiterhin befuerchten, dass unabhaengige hackergruppen dann auch ohne zustimmung der proprietaeren plattformen den nutzern die moeglichkeit zur "befreiung ihrer daten" geben werden. mit der mitnahme des sozialen graphen, der gesammelten verbindungen und datensaetze des jeweiligen nutzers faellt dann auch das letzte hindernis zur plattformmigration. spannend wird sein, wie lange es dauert, bis die mehrheit der nutzer als bevorzugte loesung akzeptiert.


Oliver Gassner: Danke für das Interview.

Teil II: Prof. Hendrik Speck - Imbalance von Rechten und Pflichen und die StudiVZ-Abmahnung

Posted by Oliver Gassner • Monday, April 14. 2008
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Prof. Hendrik Speck - University of Applied Sciences Kaiserslautern
Teil I: Proletarisierung und biologisches Verfalldatum von StudiVZ.
Teil II: Imbalance von Rechten und Pflichen und die StudiVZ-Abmahnung
Teil III: Soziotechnischer Angriff auf die "walled gardens" der Social Networks

Prof. Dr. Hendik Speck - Teil II: Imbalance von Rechten und Pflichen und die StudiVZ-Abmahnung


Oliver Gassner: Du zeigst ja einen konsistente Abneigung dafür, die Namen der VZ-Ventures zu tippen. Hat das mit der Abmahnung zu tun, die die aus dem Hause StudiVZ auf den Tisch geflattert ist? Wie teuer war die und was steht da drin was du ab sofort nicht mehr darfst?

   Hendrik Speck: die plattform studivz hat einer von mir betreuten studentische arbeitsgruppe, eine anwaltliche abmahnung und geforderte unterlassungserklärung zukommen lassen, die gerade im hinblick auf die im grundgesetz garantierte freiheit von wissenschaft, forschung und lehre (gg, artikel 5, absatz 3) tiefe einblicke in das selbstverstaendnis der plattformbetreiber zulaesst.


Oliver Gassner: Was habt ihr getan was denen nicht gefällt?

   Hendrik Speck: persoenlich kann ich nur vermuten, dass es der plattform nicht primaer um die in der abmahnung dargelegten -und im lehrumfeld irrelevanten vorgeblichen wettbewerbsverstoesse ging -, sondern dass der druck auf die plattformbetreiber durch die investoren derart zugenommen hat, dass in einem umfeld des ohnehin geschwaechten markenwertes eine unabhaengige darstellung der tatsaechlichen nutzungsszenarien mit allen mitteln vermieden werden musste.

Oliver Gassner: Wie habt ihr diese tatsächlichen Daten erhoben? War das Hacken im Dienste der Wissenschaft?

   Hendrik Speck: nein !!! grundsaetzlich entstehen durch die web2.0 angebote innovative, spannende geschaeftsmodelle, die auf den von den nutzern bereitgestellten daten beruhen. dabei unterscheiden sich die in den agbs formulierten bedingungen zum teil dramatisch. adobe hat bei der einfuehrung des webbasierten adobe photoshop express beispielsweise "weitgehende" nutzungsrechte fuer sich selbst reklamiert, die erst nach einem oeffentlichen aufschrei entsprechend modifiziert werden - auch andere web2.0 angebote agieren dabei bedenklich:


a href=https://www.photoshop.com/express/terms.html>Adobe Photoshop Express. General Terms. Effective 3/1/2008
8. Use of Your Content. 1. … you grant Adobe a worldwide, royalty-free, nonexclusive, perpetual, irrevocable, and fully sublicensable license to use, distribute, derive revenue or other remuneration from, reproduce, modify, adapt, publish, translate, publicly perform and publicly display such Content (in whole or in part) and to incorporate such Content into other Materials or works in any format or medium now known or later developed. ...
6. User Conduct. d: You agree not to use, or to encourage or permit others to use, the Site or Services to: xix: Use any data mining, robots, or similar data gathering and extraction methods in connection with the Site, Services or Materials.


oder auch die Einverständnis- und Datenschutzerklärung. Teilnahmebedingungen zur Einstellung von Bildern, Videos und anderen Inhalten. des Zweiten Deutschen Fernsehen.

Rechteeinräumung. Durch die Teilnahme und das Hochladen von Bildern, Videos und/oder sonstigen Inhalten - im Folgenden auch "Material" genannt - übertragen Sie dem ZDF daran - auch soweit Sie nicht selbst, sondern Ihr Kind teilnehmen bzw. das Material hochladen möchte - unentgeltlich die nicht-ausschließlichen zeitlich, räumlich und inhaltlich unbeschränkten Rechte auch zur Weiterübertragung auf Dritte. D.h. das ZDF darf das Material weltweit, beliebig oft, durch Rundfunk jeder Art senden (auch Live-Streaming, sowie pay-Dienste, near video-on-demand und/oder sonstigen Verbreitungsarten und/oder Medien), vervielfältigen und verbreiten und audiovisuell - insbesondere multimedial - verwerten (z.B. durch Videokassetten, CDI/CD-ROM, Audiokassetten, CD, CDV, DVD).



in meinen augen in der klarheit ihrer verwertungsabsichten am deutlichsten beziehungsweise bedenklichsten erscheint jedoch die gleichfalls der mutterfirma holtzbrinck zugehörige nachrichtenplattform zoomer. (mal ganz abgesehen vom schreibfehler: nutzungbedigungen. macht ja nix, es handelt sich ja auch nur um ein journalistisches angebot.)



Nutzungbedingungen

§ 2 Anmeldung zum Internetportal. (3) Um sich anzumelden, hat der Nutzer ein Registrierungsformular auszufüllen. Der Nutzer hat die im Registrierungsformular abgefragten Daten vollständig und korrekt anzugeben.

§ 4 unentgeltliche Gewährung der Nutzung, Vertragspflichten des Nutzers. Der Nutzer haftet für jede durch sein Verhalten ermöglichte unbefugte Nutzung seiner Zugangsdaten und die damit verbundene Nutzung der Dienste von zoomer.de...

§ 5 Änderung der ANB. (1) zoomer.de behält sich das Recht vor, Bestimmungen dieser ANB jeder Zeit und ohne Nennung von Gründen nach Maßgabe der folgenden Bestimmungen zu ändern.

§ 6 Regeln für das Einstellen von Inhalten auf dem Internetportal zoomer.de durch den Nutzer. (1) ... Für die Inhalte, die Nutzer über das Internetportal veröffentlichen, sind die Nutzer verantwortlich. Es liegt daher in der Verantwortung des Nutzers, dass die jeweiligen Inhalte rechtmäßig sind, insbesondere nicht gegen geltende Gesetze verstoßen und/oder Rechte Dritter verletzen.

(6) zoomer.de behält sich vor, nach zoomer.de freiem Ermessen vom Nutzer veröffentlichte Inhalte ohne Angabe von Gründen und ohne Mitteilung an den Nutzer nicht aufzunehmen oder zu löschen.

§ 8 Rechte an den von dem Nutzer veröffentlichten Inhalten, Nutzungsrechtseinräumung, Haftung des Nutzers für die Inhalte
(1) Der Nutzer hat sicherzustellen, dass er über die Nutzunsgrechte an den von ihm auf dem Portal zoomer veröffentlichten Inhalten, insbesondere den Materialien, Texten, Bildern, Audio-Files oder Videos usw. verfügt.
(2) Der Nutzer räumt zoomer ein räumlich und zeitlich uneingeschränktes, kostenloses Nutzungsrecht an den von ihm auf dem Internetportal zoomer veröffentlichten Inhalten, insbesondere an den Diskussionsbeiträgen in Wort und Bild, den Bewertungen und Kommentaren ein. Das Nutzungsrecht erfasst insbesondere
• das Recht, die Inhalte zu speichern und zu vervielfältigen und online im Internet auf zoomer sowie auf weiteren Internetportalen öffentlich zugänglich zu machen, soweit diese Internetportale auch von Unternehmen der Holtzbrinck-Gruppe (verbundene Unternehmen im Sinne von §§ 15 ff. Aktiengesetz) betrieben werden;
• das Recht, die Inhalte anderen Unternehmen, die jetzt oder zukünftig zur Holtzbrinck-Gruppe gehören, online per Datenübermittlung oder offline auf Datenträger gespeichert zu übermitteln und zur Speicherung und Vervielfältigung sowie zur Veröffentlichung online im Internet auf deren Homepages und Portalen zur Verfügung zu stellen; der Nutzer willigt deshalb bereits jetzt darin ein, dass zoomer die eingeräumten Nutzungsrechte an andere Unternehmen der Holtzbrinck-Gruppe weiter überträgt bzw. weiterlizenziert.



   Hendrik Speck: generell handelt es sich um ein starkes ungleichgewicht bei der verteilung der rechte und pflichten. bei manchen plattformen entsteht der eindruck, dass die pflichten, verantwortlichkeiten, und haftbarkeiten einseitig auf der nutzerseite liegen ... waehrend die rechte, die kommerzielle verwertung, und die weitergabe beziehungsweise modifizierungsmoeglichkeiten einseitig auf der seite der plattformen verweilen. auf dieser basis verweigern einige plattformen bis zum jetzigen zeitpunkt dem nutzer die moeglichkeit, seine daten, profile oder informationen wieder zu loeschen ...

Oliver Gassner: D.h. dieses Ungleichgewicht bedingt, dass man sich das "wissenschaftlich mal genauer ansieht" was da passiert?

   Hendrik Speck: nicht nur wissenschaftlich - auch juristisch. andere plattformen erweisen sich im sinne der profitmaximierung als sackgassen des informationsaustausches - ... von nutzern bereitgestellte bilder und photoalben sind zum beispiel aus den sozialen netzwerken bis jetzt kaum wieder in andere plattformen etc. zu transferieren. umgekehrt sehen viele soziale netzwerke kein problem darin, die adressbuecher und outlookdateien der nutzer in ihre netzwerke "zu integrieren". in ihrem gesamtbild erscheinen die in den agbs definierten richtlinien deshalb es rechtlich bedenklich - sie verstossen teilweise gegen geltendes datenschutzrecht, sie behindern insbesondere die informationelle selbstbestimmung.

   Hendrik Speck: den meisten nutzern sind die konsequenzen der nahezu vollstaendigen aufgabe ihrer grundrechte durch die allgemeinen geschaeftsbedingungen nicht bewusst - dies bestaetigen auch entsprechende untersuchungen und umfragen - aber auch die massiven nutzerproteste gegen entsprechende modifizierungen der agbs einzelner plattformen. viele dieser agbs erscheinen deshalb auch als sittenwidrig im sinne des "Anstandsgefühles aller billig und gerecht Denkenden" , eine Formulierung des Reichsgerichtes Leipzig 1901 (RGZ 48, S. 114, 124) [1] aber auch des Bundesgerichtshofes (BGH): ist ein rechtsgeschäft sittenwidrig, gilt es als von Anfang an nichtig § 138 Abs. 1 BGB. ich gehe davon aus, dass ein nicht unerheblicher anteil der agbs gegen das anstandsgefühl aller billig und gerecht denkenden verstösst, damit sittenwidrig, und somit als nichtig gilt.

Oliver Gassner: Würde daraus folgen, dass auch das, was die Nutzer laut AGB nicht dürfen, nicht eingeschränkt ist? (dürfen, nicht)

   Hendrik Speck: lol ... bin kein rechtsexperte, waere aber spannend. zurueck zum topic: dies gilt insbesondere fuer die sozialen netzwerke, die per definition ihren mehrwert aus den persoenlichen beziehungen der nutzer ziehen ... im klartext: ohne die "freundschaften" der millionen von nutzern sind die "paar" zeilen schlecht kopierten und schlecht programmierten praktisch nichts wert. die plattformbetreiber versuchen natuerlich diese beziehungen in ihre verwertungsbestrebungen und kontrollstrukturen einzubeziehen - dabei steht grundsaetzlich die frage:
wem gehört mein adressbuch? bzw. koennen externe parteien ueberhaupt einen rechtsanspruch auf den eigenen sozialen graphen aufbauen? und: wohin soll dies fuehren?

Oliver Gassner: Na, das hat ja indirekt der studiVZ-Vertreter bei der republica so auch gesagt. die daten selbst seien nichts wert, das drumrum zähle - Also ich muss noch mal nachbohren, weil das sonst eh in den Kommentaren gefragt wird: Habt ihr StudiVZ gehackt oder nicht und wie einfach wäre das für jemand, der wenige gute Absichten hat als ihr?

   Hendrik Speck: was den wert der daten angeht: die abmahnungen der jeweiligen plattformen sind meist anders ausgelegt, man versucht, den umweg ueber eventuelle oder vermeintliche markenverletzungen zu gehen - die studenten hatten auf ihrer klar und mehrfach als studentisches projekt deklarierten projektseite jedoch auch einen link, eine referenz zum ichkannauchstudierendirectory in logoform eingefuegt.


Oliver Gassner: Das heißt: Hätte man euch Hacking unterstellt, so hättet ihr keine abmahnung sondern ne Strafanzeige?

   Hendrik Speck: daten- und verbraucherschuetzer gehen nicht nur aufgrund der oben beschriebenen rechtslage bzw. rechtssprechung davon aus, dass der nutzer das recht an seinen daten hat ... dies schliesst auch die - von den agbs verbotenen moeglichkeiten zum export, zur extraktion, zur automatischen migration zu einer anderen plattform ein. nochmals: dies gilt fuer den nutzer, fuer die daten des nutzers ...

Oliver Gassner: Gut, wobei meine eigenen Kontakte ja zu meinen Daten gehören, wenn genügend Leute ihr Profil und ihre Kontaktliste extrahieren und diese Daten dann 'zufällig' zusammenfügen...

   Hendrik Speck: die abgemahnte plattform, ein mashup des sozialen graphen mit google maps, routenplanern, bahnstrecken und zukuenftig mitfahrzentralen
"StudiMaps [ist offline. og.], based on Google Maps, is a classic MashUp for the analysis and visualization of social relationships within a social network enjoying popularity amongst German students. The open source framework offers data, charts, and visualisations of geographical connections and provides interfaces to mapping services, driving directions and train schedules.
Students: Boris Hasselmann and Thomas Overbeck. Winter 2007."


Oliver Gassner: Das war, was ihr getan hattet?

   Hendrik Speck: yeap, nochmals klarstellung: das applikation agierte auf explizierte anforderung einzelner nutzer ... bei facebook und myspace sind aehnliche loesungen laengst implementiert - zum teil durch dritte parteien. die loesungen sind meist nicht so schoen, nicht so elegant und effektiv, aber die amerikanischen plattformen wuerden sich hueten, dagegen rechtlich vorzugehen - im gegenteil, dies wuerden sie das als verbesserung ihrer markenreichweite - und als kompetenznachweis potentieller mitarbeiter verstehen

Oliver Gassner: Das heißt ich konnte meinen eigenen 'Social Graph' auf Anforderung anders darstellen als das bei studiVZ möglich war?

   Hendrik Speck: genau.

Oliver Gassner: Und wie teuer war der Versuch, StudiVZ etwas facebookiger zu machen?

   Hendrik Speck: ein paar tausend euro ... die studivz "sinnvoll angelegt" hat in der expliziten schaffung eines unabhaengigen kontrollmediums ihres businessmodelles. dies ist natuerlich im umfeld der anderen studivz abmahnungen zu sehen, bei denen studivz schon in der vergangenheit akademische projekte mit abmahnungen beglueckt hat ...
http://www.google.de/search?hl=de&q=vz&meta= erstivz, abitur-vz, pokervz und fussballervzetc ... grundgesetz ... freiheit von lehre und forschung. eine fruehere selbstdarstellung der firma bringt die geisteshaltung der plattform treffend auf den punkt: "Folgende Gruppen akzeptieren wir nicht: Gruppen, die Kritik am StudiVZ ausüben, Gruppen, die wir nicht mögen, Gruppen für Meinungs- und Rezeptionsfreiheit". spannend ist dabei, dass die abmahnungen von einem unternehmen kommen, welches in der vergangenheit keine groesseren hemmungen hatte (via robert basic), domainnamen (Unister.at oder StudyLounge.co.uk vermeintlicher wettbewerber mittels domaingrabbing zu blockieren ... es gibt eine gewisse kontinuitaet der plattform beim kreativen umgang mit dem wettbewerbsrecht - ein schelm wer boeses dabei denkt.


Oliver Gassner: Mir fiel gestern unter der Dusche ein, dass die Forschung in sozialen Netzwerken vielleicht minimal mit dem Sezieren von Leichen in der frühen Neuzeit verrgleichbar ist. Das war auch nicht gern gesehen. Hoffen wir, dass die 'Leichen' nicht metaphorisch zu verstehen sind.

   Hendrik Speck: das beispiel ist perfekt .... ich bin bestrebt, den chatlog zu hijacken und das beispiel als mein eigenes auszugeben. mehr noch: das war kein geheimprojekt etc ... unsere forschungsarbeiten sind transparent, die studies mochten damals studivz, sie hatten innerhalb von studivz eine entsprechende diskussionsgruppe eingerichtet und ich versuchte entsprechende kooperationen oder diplomarbeiten mit studivz einzuleiten ... ein jahr vorher waren wir schon einmal da und demonstrierten unsere arbeiten - wir haben dabei sogar auf bitten vom ichkannauchstudierendirectory bestimmte funktionen entfernt bzw. reduziert. herr riecke hat meine private tel nummer, aber er zog es dann doch vor, einen interessensausgleich durch anwaelte zu erwirken. dies erscheint mir als widerspruechlich im vergleich zur beim zweiten europaeischen datenschutztag gewuenschten oeffnung und demokratisierung der plattform.


Oliver Gassner: Nun, offenbar is die wissenschaftliche Neugierde nicht überall gleichmäßig ausgeprägt. *g*

Interview mit Prof. Hendrik Speck: Social Networking - Forschen und Machen, Geschäftsmodelle, Proletarisierung und ein neues Konzept

Posted by Oliver Gassner • Monday, April 14. 2008
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Prof. Hendrik Speck - University of Applied Sciences Kaiserslautern
Dies ist Teil 1 eines dreiteiligen Interviews:

Teil I: Proletarisierung und biologisches Verfalldatum von StudiVZ.
Teil II: Imbalance von Rechten und Pflichen und die StudiVZ-Abmahnung
Teil III: Soziotechnischer Angriff auf die "walled gardens" der Social Networks


Teil I: Prof. Hendrik Speck -Proletarisierung und biologisches Verfalldatum von StudiVZ.

Oliver Gassner: Hallo Hendrik! Würdest du dich unseren Leserinnen und Lesern kurz vorstellen?

Hendrik Speck : Ich vertrete den Lehrstuhl der Interaktiven Medien im Fachbereich Digitale Medien/Medieninformatik an der Fachhochschule Kaiserslautern. [mehr zu Prof. Hendrik Speck] Seit mehreren Jahren bearbeiten wir dort begleitende Forschungsprojekte im Bereich Information Retrieval, Search Engines, SEO, Social Networks, Usability, Information Visualization - aber auch, insbesondere in den letzten Jahren, verstaerkt mit den interaktiven Anwendungen, individuellen und sozialen Auswirkungen sowie den praktischen Beispielen der entsprechenden Technologien.

Oliver Gassner: Das heißt, daß ihr euch nicht nur mit dem Web befasst sondern auch mit interaktiven Lernprogrammen oder interaktiven Unterhaltungsformaten?

   Hendrik Speck: klares ja, diesbezueglich entwickeln wir beispielsweise ansaetze, die insbesondere den bildungsaspekt des Web/Web2.0 verstaerken - wir foerdern beispielsweise die winzigen pflaenzchen des intelligenten lebens auf Youtube, indem wir entsprechende Open Source/Open Content und marketingstrategien innerhalb der plattform entwickeln. ein partner, die [European Graduate School] beispielsweise, ist eines der wenigen angenommenen Bildungsangebote mit kostenlosen Vorlesungen auf Youtube - die schule erreicht taeglich mehrere tausend Nutzer mit ihren komplett publizierten lectures von z.b. Jean Baudrillard, Jacques Derrida, Paul Virilio, Peter Greenaway, John Waters ...

Oliver Gassner: Wir haben uns das erste mal letztes Jahr auf der CeBIT getroffen, da hast du mit deinem assistenten zusammen eine statistische auswertung der Vernetzung der Leute innerhalb sozialer Netzwerke vorgestellt. Kannst du mal kurz erklären, was ihr getan hattet und was dabei rauskam?

   Hendrik Speck: in den letzten jahren haben wir verstaerkt die businessmodelle der web2.0 szene untersucht, dies ist fuer meine studenten besonders spannend, da sie sich selbst innerhalb dieser plattformen wiederfinden - die von den im Volksmund mit Web2.0 bezeichneten Plattformen zielen genau auf die ziel-und altersgruppe der jeweiligen studentischen bearbeiter. wir untersuchen dabei insbesondere das netzwerkverhalten, die interessen der nutzer, die thematischen auspraegungen aber auch die varianz des vokabulars, die soziologie, vernetzung, und freundesstruktur ... dabei handelt es sich um mehr als rein akademische interessen - hier geht es insbesondere um die schnittstelle privatssphaere, gesellschaftlicher verantwortung und kommerzieller verwertung, flankiert durch eine mehr oder weniger ausgepraegte medienkompetenz auf der einen seite - und der kommerziellen verwertung bzw. vermarktung auf der anderen. auch für externe ist dies durchaus spannend - und eben nicht nur für die strafverfolgungsbehörden, denen plattformen wie studivz laut presseberichten gerne mal eben die "kiffer-bilder" rausgeben moechte. (die ueberschrift wurde im nachhinein geaendert.) auch für produkthersteller und serviceanbieter kann der mit dem zuhoeren beginnende dialog mit entsprechenden plattformen - und dies schliesst die blogosphere mit ein - sehr spannend sein. eventuelle schwachstellen, oder produktspezifische unzulaenglichkeiten lassen sich dabei ebenso fruehzeitig erkennen, wie die kollektive ablehnung einer vom management in >unprofessioneller art und weise eingeführten erweiterung der kampfzone (ala houellebeq) - die wie im fall vom ichkannauchstudierendirectory, mit einer Verschärfung der verwertungsbestrebungen und horizontalen ausbreitung der werbe/profilierungsmassnahmen ueber mehrere medien zu einer mittlerweile auch messbaren markenbeschädigung des unter studenten noch populaeren portales gefuehrt hat.

   Hendrik Speck: eine der vor einiger zeit untersuchten plattformen war das ichkannauchstudierendirectory, spannend war dabei fuer uns insbesondere die interaktion innerhalb der plattform, die art und weise der freundschaftsbildung und auseinandersetzung, aber auch die bereitwilligkeit der nutzer zur teilhabe, zum "mitmachen" und zum offenbaren von zum teil persoenlichkeitsbildenden merkmalen.


Oliver Gassner: Was gibt es an Erkenntnissen? Fangen wir mal bei den Nutzern und ihrer Soziologie an.

   Hendrik Speck: innerhalb der letzten jahre hat es mehrfache untersuchungen durch andere parteien gegeben, derartige untersuchungen werden bis zum jetzigen zeitpunkt sowohl von

künstlerischen/wissenschaftlichen arbeitsgruppen, aber auch von kommerziell oder kriminell motivierten gruppen durchgeführt. interessant sind z.b. die freundschaftsverteilungen innerhalb der plattform, die studienfachbezogene ausgepraegte neigung zur kontaktaufnahme und intensitaet, die geschlechtsabhaengigen art und weisen der interaktion und absichtserklaerungen, die generelle verteilung nach geschlechtern und alter - insbesondere als antwort auf die frage: wer macht da eigentlich mit, welcher anteil der vorgeblichen nutzer ist ueberhaupt aktiv, nimmt wie und wie oft teil; aber natuerlich auch: wieviele accounts sind fakeaccounts; wieviele accounts haben sich in wirklichkeit nur kurz angemeldet und nehmen an der interaktion nicht teil.

Oliver Gassner: Heißt dass, der Jurist ist sozial und der Hacker oder Psychologe eher in sich gehkehrt? Oder gar umgekehrt?

   Hendrik Speck: ob juristen sozial sind oder nicht koennen wir nicht ermessen, entsprechende untersuchungen innerhalb der plattformen koennen aber beispielsweise nachweisen, dass bwl studenten und juristen mehr virtuelle freunde haben als zum beispiel informatiker. ob dies bedeutet, dass sie damit nur verlusterscheinungen des realen kompensieren, oder ob dies ueberhaupt als nachweis einer hoeheren sozialisierung taugt, wage ich jedoch zu bezweifeln. spannend sind jedoch fragen nach der interaktion der nutzer untereinander, der zeitlichen abfolge, der entsprechenden vernetzung, der varianz, thematik und des vokabelumfanges der nutzerbeitraege und gaestebuecher, der einseitigkeit oder reziprozität entsprechender beziehungen und nachrichten usw.


Oliver Gassner: Sind also die Mythen von den 80% der Studierenden - die man immer mal hört - die bei StudiVZ sind eben solche: Mythen?

   Hendrik Speck: klares jein. der momentane reiz zur nutzung von studivz ist auch unter meinen studenten durchaus gegeben. ich gehe davon aus, dass sich tatsaechlich ein grossteil der studenten fuer die plattform einmalig angemeldet hat - mit welchen anmeldenamen auch immer. die probleme entstehen eher auf der naechsten ebene: welcher prozentanteil nutzt es eigentlich regelmaessig. wieviele accounts sind nur noch accountleichen oder fake accounts ...

Oliver Gassner: 10% 50% 80% der angemeldeten? Oder gilt gar die 90- 9-1 Verteilung?

   Hendrik Speck: genau ... dadurch relativiert sich naemlich sehr sehr schnell die von der plattform abgegebene anzahl der nutzer - die jedoch fuer die reichweitenabschaetzung gerade fuer kommerzielle partner und werbetreibende kritisch ist ... es wird aber noch komplizierter: festzustellen ist ein biologisches verfallsdatum der plattformen - den plattformen ist es nicht gelungen, ihre nutzerbasis altersuebergreifend signifikant auszubauen - d.h. kinderdirectory bleibt nur attraktiv fuer 12-18 jaehrige; ichkannauchstudierendirectory dagegen nur fuer 19-30 jaehrige --- und dann ist schluss. dies ist problematisch fuer die plattform, da dann ausgerechnet diejenigen, die ins erwerbsleben eintreten - sprich werbetechnisch sehr interessant werden, durch die plattformen hindurch migrieren, um am schluss doch in xing / linkedin zu landen.



ein grossteil der migranten loescht jedoch nicht die alten profile - wir verzeichnen somit eine jaehrlich steigende rate von toten, ungepflegten, weder erreich- noch effektiv vermarktbaren - nutzern und accounts - und damit natuerlich von einer fragwuerdigen reichweitenmessung der plattform.

Oliver Gassner: Man hört ja im Netz immer wieder, dass meinVZ nicht abhebt. Hat die Generation ab 30 wichtigeres zu tun als online rumzuhängen und aufs Handy zu starren?

   Hendrik Speck: das ganzmeindirectory ist der versuch der plattform, aus der verwertungstechnisch unguenstigen schmuddelecke des biologischen verfalls herauszukommen - dabei scheint man auch nicht davor zurueckzuschrecken, durch eine bewerbung des portales in den tochterportalen und durch eine verlinkung der accounts zwischen den verschiedenen portalen eine virtuelle erhoehung der gesamtnutzerzahlen zu erreichen ... die vom unternehmen bisher erreichte zielgruppe ist im vergleich zu den direkten wettbewerbern xing, linkedin etc insbesondere fuer werbezwecke qualitativ hochwertiger dienstleistungen eher negativ zu bewerten.


   Hendrik Speck: bei dem schlechten image der plattform, dem gesunkenen markenwert, und dem spezifischen aber auch zunehmend rezessionsbedingten nachlassendem interesse der werbetreibenden duerfte eine erfolgreiche plazierung der marke ganzmeindirectory sehr schwer werden - nur wenige serioese firmen zeigten bei einer kurzumfrage auf der searchmarketingexpo ein interesse an den entsprechenden werbeflaechen.

Oliver Gassner: Habt ihr euch XING dann mal näher angesehen? Dort scheinen ja die Einnahmen aus dem Premiumdienst allein nicht auszureichen um die Aktionäre glücklich zu machen.

   Hendrik Speck: yeah. die plattform ist jedoch strukturell anders angelegt, es wird verstaerkt wert gelegt auf die berufliche, professionelle ausrichtung und vernetzung. stark vereinfacht ausgedrueckt hat xing ein grosses interesse an qualitativ hochwertigen kunden, die dann auch einsprechende premiumgebuehren zahlen - die tochterfirmen vom ichwillauchstudierendirectory jedoch sind werbefinanziert - das interesse der plattformbetreiber besteht hier vordergruendig in der maximierung der werbeflaechen und konversionsraten, dies kann durchaus auch auf kosten der qualitaet, der marke oder der nutzer gehen. aufgrund der plattformmigration sind die biografisch juenger angesiedelten plattformen davon staerker betroffen als xing ... xing selbst halte ich fuer eine erfolgreiche plattform, auch wenn sich dies nicht immer im boersenkurs wiederspiegelt - sie hat ein durchaus erfolgreiches produkt mit einer akzeptierten marke und einem (premium)nutzerkreis, der fuer gewisse (zusatz)dienste auch eine entsprechende gebuehr bezahlt ... xing ist fuer mich damit eine nachhaltige, erfolgreiche - aber eben "normale" plattform ... mit (ueber die jahre hinweg)positiven, ganz normalen wachstumsraten, ueber die jeder "normale" investor gluecklich waere ... dies kontrastiert natuerlich teilweise mit den hype erwartungen mancher investoren, bescheinigt in meinen augen jedoch die auf nachhaltiges wachstum angelegte binnenstrategie der plattform.

Oliver Gassner: Müssen XING und StudiVZ international wachsen, weil sonst irgendwann LinkedIn und Facebook den deutschen Markt schlucken? Reichen die deuschen User nicht für ein anchhaltiges Businessmodell?


   Hendrik Speck: international gestaltet sich die expansion bei beiden plattformen als schwierig bzw. ist gescheitert. sie haben versucht zu expandieren - die expansionen und aufkaeufe sind mehrheitlich nicht von erfolg gekroent gewesen - langfristig fuehrt dies nicht nur zum nischendasein sondern eben - siehe oben - auch zur verslummung der portale ... das auch als proletarisierung der plattformen bezeichnete phenomaen schafft einen zusaetzlichen anreiz fuer mobile, fremdsprachen sprechende, international agierende, mit auslandserfahrung ausgestattete nutzer und studierende hauptsaechlich auf andere plattformen zu setzen, bei denen sie ihre auslaendischen studienfreunde, partner und geschaeftskunden auch wiederfinden koennen. es gibt mittlerweile viele gruppen innerhalb vom ichwillauchstudierendirectory und innerhalb von facebook, die den wechsel vom ichwillauchstudierendirectory zu facebook thematisieren und dazu einladen. insbesondere beim ichwillauchstudierendirectory ist die abwanderung zum technologisch ueberlegenen konkurrenzprodukt facebook auch in einer zunehmenden befreiung von der intellektuellen und kreativen fuehrungsschicht zu beobachten. umgangssprachlich wird der verlust des markenwertes auch mit der zunahme des "deppenfaktors" beschrieben, der gerade in dieser jugendlichen zielgruppe, die auf coolness sehr grossen wert legt, das todesurteil fuer das businessmodell der plattform darstellen kann.

Oliver Gassner: Ich war gerade auf einem event zum Thema Bild Blockade 1968, da sieht man ja an sich auch die Kombi aus: schlechter Ruf und trotzdem wird bei fallender Auflage und ebenfalls auf der proletarisierungs-Schiene Geld verdint. Du scheinst bei den Produkten der VZ-Reihe da nicht optimistisch.

   Hendrik Speck: egal wie gross der anzahl der toten oder fake accounts beim ichwillauchstudierendirectory zum jetzigen zeitpunkt ist - bei anhaltender biologischer plattform migration, bei einem jaehrlich steigenden prozentanteil, bei kontinuierlicher verringerung des markenwertes, bei offensichtlichen fehlern der fuehrungsebene unter herr marcus riecke, bei den internen diskussionen innerhalb der holtzbrinck gruppe, beim abwandern der kreativen und intellektuell agierenden "macherschicht" oder elite zum konkurrenten facebook sind vom unternehmen publizierte steigerungsraten nur mit groesster vorsicht zu geniessen. mittlerweile erscheint sich auch die unzufriedenheit der werbetreibenden mit der plattform zu erhoehen - kritische indikatoren und fuer marketing massnahmen relevante conversion rates werden in einem solchen umfeld natuerlich auch negativ beeinflusst. als verweis dazu vielleicht: die klingeltonwerbung von jamba bei einigen privatsendern - kurzzeitig erhoehte sich damit die kapitalzufuhr, langfristig verschlechterte sich die verwertungsbasis.

Oliver Gassner: Noch mal zum Thema Messung der Aktivität von SNs: Myspace spricht ja inzwischen nicht mehr von Nutzern und Accounts sondern gibt nur noch Unique-User-Zahlen der Webseite an sich an - also: wie viele Surfer sehen sich das an. Und sagt explizit, dass nicht jeder Surfer auch einen Account bei ihnen hat. Wäre so eine Darstellung der Attraktivität eines Social Networks sinnvoller?

   Hendrik Speck: genau !!!! wir haben bis jetzt keine saubere unabhaengige metrik zum vergleich der einzelnen plattformen. und dies ist ein existentieller indikator ... dabei faellt auf, dass die amerikanischen plattformen mit groesserer sorgfalt und transparenz vorgehen. facebook beispielsweise ist auch hier trendsetter:. "Javier Olivan: Wir zählen nicht Mitglieder, sondern aktive Nutzer. Aktiv ist jemand, der sich in den vergangenen 30 Tagen auf Facebook eingeloggt hat. Derzeit sind das weltweit etwa 66 Millionen Menschen. " im vergleich dazu erscheinen die zahlen vom ichwillauchstudierendirectory und co einfach nur sehr sehr bedenklich. es ist deshalb sicherlich reiner zufall, dass die kolportierten gesamtzahlen der plattform ein mehrfaches der gesamtanzahl saemtlicher studenten innerhalb des deutschsprachigen raumes ausmachen.

Oliver Gassner: Was ist da die best practice? Ist 'Unique User' genau genug definiert? Neu gezählt wird bei erneutem Besuch nach 30 Minuten?

   Hendrik Speck: eigentlich ist dies egal ... es muss nur ein sinnvoller satz von messgroessen her, die unabhaengig ueberprueft auch auf allen plattformen erhoben werden kann... dies bedeutet: klare indikatoren fuer tatsaechlich aktive nutzer innerhalb eines sinnvollen, relativ kurzen zeitraumes, bei gleichzeitiger erfassung der nutzerteilhabe ... sozusagen als gradmesser fuer die nutzer bzw. communityaktivitaet ... die reine angabe der pageimpressions ist als indikator fuer unterschiedlich positionierte und auf unterschiedliche zielgruppen ausgerichtete soziale netzwerke irrefuehrend und nicht geeignet, um die tatsaechliche community akzeptanz, click-through/bzw conversion rate und damit auch das ROI abzubilden. community basierte web 2.0 angebote unterliegen mehr einflussfaktoren als klassische internet angebote - die angabe von xx millionen pageimpressions bei einer zielgruppe mit einem verfuegbaren einkommen auf der hoehe des bafoeggrundsatzes (ichwillauchstudierendirectory) oder taschengeldes (kinderdirectory) ist unter umstaenden viel niedriger zu bewerten, als ein paar tausend views auf einem portal mit durchschnittlichem haushaltseinkommen.


Oliver Gassner: Steht nicht die PR einer solchen einführung entgegen? Jeder will doch die Messgröße rausposaunen, bei der er gut aussieht.

   Hendrik Speck: genau ... waehrend einige plattformen diese transparenz auch tatsaechlich anstreben (siehe oben)
ist bei anderen zumindest bis jetzt eine verweigerungstaktik zu kontaktieren- die werbetreibenden jedoch, die haupteinnahmequelle vom ichwillauchstudierendirectory und anderen netzwerken, werden jedoch in naher zukunft auf der einfuehrung entsprechender metriken fuer das web2.0 bestehen - oder entsprechende plattformen meiden.

Liste Literaturzeitschriften

Posted by Oliver Gassner • Monday, April 14. 2008
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Vor semi-antiker Zeit habe ich im Netz eine Liste Literaturzeitschriften gepflegt.

Ein Besucher dieses Blogs war so nett, sie mir aktualisiert zu senden (oben verlinkt). Das hat ihn drei stunden Lebenszeit gekostet, danke ;)

Allerdings dürften viele de Zeitschriften darauf nicht mehr exstieren und viele fehlen.

Also:
* Wer Infos hat
* Wer an der Liste gar mitarbeiten will
* Wer da nicht auftauchen will

....meldet sich bitte bei der auf dem Sheet angegebenen Mailadresse.

Danke ;)

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